1100 Meter Stattgeschichte  

 

 

 

Guinnessrekordbild

Übersicht
 
 
 
 
 

Ausstellung in Düsseldorf 1982

Dieser Koffer war immer dabei. Auch auf dem internationalen Kunstmarkt in Köln

Der Duisburger Beigeordnete Dr. Schilling eröffnet die Aktion in Krefeld!

Ein sehr liebenswerter Kollege, viel zu früh verstorben!

Na, wo ist jetzt der Kunstmaßstab?

Die Kinder hatten ihre helle Freude!

Gut, dass es scharfe Scheren gibt.

Manche Löcher hingen einfach zu hoch!

Noch ein Handstreich...

Diese Waage geht auch nicht richtig!

Wer kann sich diese Tapete schon leisten?

Prof.Dr. Grahmke (KVR), OB Güllenstern, Kley, Europaabgeordneter Dr. Franz

Pressekonferenz mit OB Josef Krings

Über dem OB schwebt der erste Stattmeter.

Wache für Buchheim

Immer zur Stelle: Bruder Norbert KLey

Viel beachtet, die letzten Stattmeter

Kunstkarte gegen Jugendarbeitslosigkeit

Kunstmarkt in Meiderich

Kunstkarte gegen Jugendarbeitslosigkeit

Kunstkarte gegen Jugendarbeitslosigkeit

Ein Außenminister und sein Bild

Elke Kley übergibt Christina Rau den letzten Stattmeter.

Ausstellung in der Deutschen Bank in Essen.

Ausstellung in der Stadtsparkasse Essen.

Ausstellung in der Stadtsparkasse Essen.

Ausstellung in der Stadtsparkasse Essen.

Ausstellung in der Stadtsparkasse Essen.

Rudolf Kley liefert einen Stattmeter aus.

Ausstellung in der Stadtsparkasse Essen.

Hübsch!

Ausstellung in der Stadtsparkasse Essen.

Diese Urkunde gab es später.
  Rudolf Kley hat gut Lachen. Die Bilder gingen weg wie warme Semmel.

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach seiner für ihn selbst sehr lehrreichen Aktion Kunst ist Kohl hatte Rudolf Kley eigentlich das Malen ganz aufgeben wollen und sich eine Gitarre gekauft.Doch als der Geschäftsführer der Apothekerkammer Nordrhein ihm im Herbst 1981 eine Ausstellung auf dem Apothekertag 1982 in Düsseldorf anbot, freute sich Kley auf diese Ausstellung im Kreis gleich gesinnter Kollegen. Was aber ausstellen? Kley griff wieder zum Pinsel.  Er wollte zeigen, wie sich Malerei aus Malerei entwickelt und aus sich heraus begründet. Und das diese Begründung als Malmotiv völlig ausreicht. Jeder sollte dies nachvollziehen können und animiert werden, selbst zum Pinsel zu greifen. Deshalb malte Kley auf Raufasertapete und benutze die adäquaten billigen Farben, Abtönfarben. Kein Bild wurde ausgeschnitten. Nicht nach gut oder schlecht aussortiert. Diese Art Malerei unterbrach er nur, als sein älterer Bruder Wolfram einen Schlaganfall erlitt und am 21.Dezember 1981 verstarb. „Dem Tod von der Schippe gesprungen" entstand im November und am Todestag „Jesus weint". Rudolf Kley konnte jetzt noch nicht weinen. Stand der pädagogische Maltrip vor dem aus? Nach kurzer Zeit, nämlich im April 1982, holte ihn die Tapetenmalerei wieder ein. Duisburg stand in den Startlöchern zu seinem Jubiläumsfest. 1993 wurde Duisburg 1100 Jahre alt und war Partnerstadt der ARD Fernsehlotterie ein Platz an der Sonne. Das Jubiläumsfieber ergriff auch Rudolf Kley. Er wollte jetzt ein Bild malen, das anlässlich des Jubiläums in Duisburg selbst Geschichte machte und diesen kleinen, unbedeutenden Teil Duisburger Stadtgeschichte durch seine Existenz illustrierte. 1100 Meter sollte das Werk lang sein und aus 1100 Einzelbildern bestehen. Für Kley war es ein Plädoyer für die Freiheit seiner Malerei. Die Malerei erhebt sich über jeden Illustrationszweck. Sie weist direkt auf den Vereinbarungscharakter von Kunst und Qualität von Kunst hin, weil sie sich gerade diesen Vereinbarungen nicht unterordnet. Statt Stadtgeschichte „1100 Meter Stattgeschichte". Die Bilder nannte Kley Stattmeter. Ein gutes Maß für Menschlichkeit. Denn diese Bilder wurden noch vor ihrer Existenz bereits zugunsten der ARD Fernsehlotterie anhand der Bildtitel verkauft. ZB. „Beleuchtung Karl des Kahlen defekt" oder „Weißer Wal verirrt sich an Ampel", „Parkhaus für trickdiebe" oder Unbekannter drohte mit Bindestrich". Die Bildtitel waren Kollagen aus aktuellen Duisburger Zeitungsüberschriften und Sätze aus einer zweibändigen Stadtgeschichte. Der fehlende Bezug zur Malerei unterstrich die Freiheit der Malerei. Die Aktion wurde am 25.Juli 1982 im Rahmen einer Ausstellung von Rudolf Kley in der Krefelder Art &Action Galerie durch den Duisburger Kulturdezernenten Dr. Konrad Schilling eröffnet. Dr. Schilling kaufte den ersten Stattmeters. Ministerpräsident Johannes Rau hatte dies zur Vorbedingung für den Kauf des letzten Bildes gemacht. Jedem Besucher drückte Kley einen weißen signierten Stab in die Hand und beteuerte ausdrücklich, dass dies keine Anspielung auf irgendeine Blindheit im Kunstbereich sei. Die Besucher nahmen auf diesem Stab mit Farbe eine eigene Maßeinteilung vor und druckten sie auf ein als Gästebuch ausgelegtes Stück Raufasertapete. Besonders den Kindern bereitete dies großen Spaß. Dann wurde es ernst. Kley schnitt sich den Weg durch die auf weiße Laken geschriebenen Bildtitel frei und malte, von den Ausstellungsbesuchern durch die Löcher in den Tüchern beobacht, den ersten Stattmeter. Dieser erste "Stattmeter" war schon verkauft. Viel schwieriger war es, Liebhaber für die restlichen Bilder zu gewinnen. Wer kauft Bilder schon gerne blind. Konsequenz: um ein Bild zu verkaufen, musste Rudolf Kley eine Aktion machen. Er bezog das ganze Ruhrgebiet mitein, damit die Aktion sich in der lokalen Presse nicht totlief. In Orsoy wog er den Kulturamtsleiter und multiplizierte Gewicht mit dem Verhältnis seiner Blutdruckwerte und kam so zum „Orsoyer Stattmeter". In Gladbeck blitzte Kley ab. Dort wollte er den Oberbürgermeister Kopf stehen lassen und das Wort Kunst im Duden durch Kohl ersetzen. (Eine Sparversion dieser „Kunststreichaktion" führte er im November 1984 auf dem Deutsch-Französichen Kulturmarkt in Mettmann durch.)
Seiner Ausstellung im grafischen Kabinett der Stadt Lünen stellte er eine Stattmetervermessungsaktion voran. Seitdem steht Bürgermeister HarzerFOTO mit einem Fuß in der Kunstgeschichte. Seine Schuhgröße ist die Basis dafür, dass in Lünen jetzt alle auf großen Fuß leben können. Der Stattmeter in Lünen ist 15 Meter lang. Der Ordner mit Presseberichten schwoll bedenklich an. Eine Aktion zog die nächste nach sich. Die Presseberichte zogen die Käufer an. So schrieb z.B. der Europaabgeordnete Dr. Otmar Franz, Vorstandsmitglied bei Klöckner: „Ihre ´1100 Meter Stattgeschichte´ sind wirklich eine Bild-schöne Idee. Ich würde gerne einen Meter davon kaufen, wenn dieses Stück Ihrer Arbeit dem Thema ´Jugendarbeitslosigkeit in Europa´ gewidmet werden kann." Dr. Franz hatte nämlich in seinem Wohnort Mülheim einen Arbeitskreis zur Verminderung der Jugendarbeitslosigkeit initiert. Kley widmete der Jugendarbeitslosigkeit keinen Duisburger Stattmeter sondern machte eine eigene Aktion daraus. Die Mülheimer Oberbürgermeisterin Eleonore Güllenstern stellte ihre persönlichen Maße zur Verfügung: Elle, Schuhgröße, Kopfumfang, Länge der Nase usw. Dazu wurde die Schuhgröße des Mülheimer Normalbürgers addiert, mit 10 multipliziert und durch die Hausnummer der Oberbürgermeisterin dividiert. Heraus kam mit 46,81 cm der „Mülheimer Stattmeter". Kley malte Mülheimer Stattmeter, die zugunsten des Arbeitskreises verkauft wurden. 111 Bilder sollten es werden, doch die Malerei machte soviel Spaß, dass es gleich 408 Bilder wurden. Die Ausstellung wurde in den Räumen des Arbeitskreises in Gegenwart von viel Prominenz eröffnet und zog später in die städtische Galerie im Rathaus um. In Duisburg hatte Kley inzwischen auch einen Plakette „1 Meter DU" mit einem krummen Meter kreiert, den er selbst als Teil eines Fragezeichens definierte. Nach seiner Ansicht muss man gültige Maßstäbe im Bereich der Kunst und darüber hinaus auch in den zwischen menschlichen Beziehungen damit versehen. OB Krings stellte mit ihm diese Plakette der Presse vor. Als Pappkamerad im Apothekerkittel, bestückt mit einer unbekannten Anzahl von Plaketten, die es zu erraten gab, warb der Oberbürgermeister fortan für die Aktion. Vor dem Lehmbruck Museum hielt Rudolf Kley Wache, als Lothar Buchheim seinen 65 Geburtstag mit einer Ausstellung seiner Werke feierte und zum Professor ernannt wurde. Viele Prominente, unter ihnen auch Johannes Rau und Götz George, kauften einen Stattmeter. Noch mehr Zulauf versprach sich Rudolf Kley durch eine Ausstellung des Gesamtwerkes. Nur fand sich in Duisburg kein von der Größe her geeigneter Raum. Die Stadt bot den noch nicht ganz fertiggestellten U-Bahnhof an der Königstraße an. Doch konnten die Sicherheitsbedenken nicht ausgeräumt werden. So gab es z.B. an den Treppen noch keine Geländer. Eine Teilausstellung fand im September 1983 im Rahmen der Ausstellung „Große Niederrheinische Kunstausstellung" statt. Kley stellte die letzten 24 Bilder aus. Beim signieren hatte er festgestellt, dass er sich beim Malen verzählt hatte. Es waren 1124 Bilder geworden. Dafür war in der Ausstellung eine Videoaufzeichnung aller Bilder zu sehen, die mit Unterstützung der Duisburger Universität zustande gekommen war. Rudolf Kley engagierte sich weiter für jugendliche Arbeitslose und ließ von 12 Stattmeterbildern Kunstkarten drucken. Sie wurden über verschiedene Apotheken zugunsten privater Initiativen gegen Jugendarbeitslosigkeit verkauft. Für Kley schloß sich hier der Kreis. Von Anfang an regte er an, Freizeitproblemen, wie sie auch durch Arbeitslosigkeit entstehen können, durch selbstschöpferische Betätigung zu lösen. „Malen ist gesund. Besser jedenfalls als das Schlucken von Pillen um die Einsamkeit und Langeweile zu verschlafen!", waren oft seine Worte. Nicht ohne Grund hatte sich Rudolf Kley an Bürgermeister, Oberbürgermeister oder sonstige Stdtvertreter gewand. Er konnte so sicher sein, das seine Öffentlichkeitsarbeit von Pressemitteilungen der städtischen Pressebüros Flankenschutz erhielt. Hatte er anfangs ganz persönliche Daten der Stadtvertreter benutzt, um das spezifische „Stattmass" zu bilden, ging er zuletzt aus Zeitmangel dazu über, die Schreiben der Stadtrepräsentanten stellvertretend zu vermessen. Auf diese Weise gab es auf einmal Stattmeter von München bis Bremen. Es gelang Rudolf Kley, die Außenminister Hans Dietrich Genscher und Staatsminister Jürgen Möllemann als Stattmetermaler zu „engagieren". Sie verlängerten das Marathonbild um einen bemerkenswerten Meter, der jetzt um Zuge des Tu(e)-Gutes-Projektes(!) zu Ende gemalt und versteigert werden soll. Bei dieser Gelegenheit sah Hans Dietrich Genscher auch seinen Stattmeter zum ersten Mal. Neben seiner Suche nach geeigneten Räumen nach einer Ausstellung seines Marathonbildes entwickelte Rudolf Kley auch seine Malerei weiter und stellte diese Werke aus. Volker Kortthäuer, ein Jugenfreund, stellte ihm seine Räume in Essen zur Verfügung. Eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft über der Anwaltskanzlei Heinemann und Partner. In dieser Kanzlei war auch Dr. Peter Tückmantel tätig, der selbst malte. Über die Malerei bekam man schnell Kontakt und es wurde am Ende sogar ein Freundschaft daraus.  Zusammen mit Volker Korthäuer vermittelte er die Ausstellung des Duisburger Jubiläumsbildes in der Kassenhalle der Hauptverwaltung der Sparkasse Essen am 23. März 1985.
Die WAZ beschrieb diese Ausstellung so: „Über zwei Stockwerke schlängelte sich das Mammut-Bild durch die Zeitungsausschnitt. Kassenhalle der Bank. Eine Super-Schau, wie sie zu Lebzeiten selten einem zuteil wird. Für mehr als 20 000 Mark wechselten in der ersten Stunde nach der Eröffnung mehr als 100 Bilder ihren Besitzer."
 Das Geld erhielt die Arbeitsgemeinschaft Essener Wohlfahrtsverbände.

Dr. Tückmantel hatte in der Vorphase der Ausstellung angeregt, das Werk ins Guinnessbuch der Rekorde eintragen zu lassen. Obwohl der Erdkilometer in Kassel auch nicht aus einem Guss war, wurde der Antrag auf den Rekordeintrag als längstes abstraktes Bild nicht angenommen. Bemängelt wurde, dass das Werk aus 33 Tapetenrollen bestand. Kley meldete sein Kunstwerk deshalb als „längste abstrakte Bildfolge an und hatte Erfolg. Zusammen mit Boris Becker rutschte er in letzter Minute ins Guinnessbuch der Rekorde für 1986.