Rudolf Kley - Apotheker, Maler und Aktionskünstler
Niemand aus der Klassengemeinschaft hätte es für möglich gehalten, dass Rudolf Kley einmal Pharmazie studieren würde. Er selbst wohl am allerwenigsten. Lokführer wollte er nie werden, vielleicht Ingenieur, wie der Vater. Kunst und Mathematik boten sich von den Neigungsfächern her an. Bis er seine spätere Frau Elke kennen lernte, dachte er noch daran, diese Fächer für das Lehramt zu studieren. Danach interessierte er sich für Medizin. Eine Wartezeit von mindestens einem halben Jahr auf einen Studienplatz bedeutete für ihn allerdings vergeudete Zeit. Schließlich gab es für die Zahlung der Halbwaisenrente, die er seit seinem neunten Lebensjahr bekam, ein Höchstalter. Ein Klassenkamerad wollte Pharmazie studieren. Sein Onkel besaß eine Apotheke. Von diesem Klassenkameraden erfuhr Rudolf Kley alles Notwendige über den Apothekerberuf und den Studiengang. Dem Pharmaziestudium war ein zweijähriges Praktikum vorgelagert, das mit dem pharmazeutischen Vorexamen abgeschlossen wurde. Dann kam ein Studium von sechs Semestern, danach ein Kandidatenjahr und dann die Approbation. Sein Praktikum machte Rudolf Kley in der Röttgersbach-Apotheke bei Hans Joachim Keller. Sein Studium begann er direkt im Anschluss in Bamberg und wechselte nach einem Semester nach Mainz, wo Prof. Mutschler lehrte. (Sein Pharmakologiebuch ist schon lange ein Standardwerk.) Da es inzwischen eine neue Ausbildungsordnung gab, erhielt Rudolf Kley mit seinem Staatsexamen auch sofort die Approbation. Er schrieb sich in Düsseldorf für Medizin ein. Prof. Greef bot ihm eine halbe Assistentenstelle in seinem Institut an. Nach reiflicher Überlegung nahm Rudolf Kley, inzwischen Vater einer kleinen Tochter, das Medizin Studium aber nicht auf und legte auch die Gedanken an eine wissenschaftliche Karriere auf Eis. Stattdessen übernahm er 1976 in Duisburg - Meiderich die Leitung der Löwen-Apotheke und verlagerte seinen Schwerpunkt auf
Gesundheitserziehung und Prävention. Als gegenüber der Apotheke ein Ladenlokal frei wurde, gründete er 1977 die Galerie 77 und wenig später 1978 den Kunstmarkt in Meiderich und die Kulturwerkstatt Meiderich. In der Galerie wollte er diejenigen fördern, die professionell Kunst machten. Seine ursprüngliche Absicht, Schüler( im wahrsten Sinne des Wortes) und Meister dabei zu mischen, erwies sich aber aus der Sicht gestandener Künstler als nicht  haltbar und auch nicht marktgerecht.

Eine Befragung der Bevölkerung im Zusammenhang mit einer angestrebten Gestaltung des Marktplatzes, an dem beide Geschäfte lagen, hatte gezeigt, dass die Meidericher in Meiderich bestimmte Einrichtungen der Volkshochschule im kreativen Bereich vermissten. Hier sollte die Kulturwerkstatt Meiderich Abhilfe schaffen. Rudolf Kley verband damit auch einen Präventionsgedanken. Originalton 1978 (aus "Erleben&Entdecken") "Denkbar ist, dass nach der großen Arbeitslosigkeit durch Umverteilung vorhandener Arbeit ein Freizeitgespenst in Form einer unbefriedigenden Langeweile auf uns alle zukommt, die man mithilfe von Tabletten am liebsten verschlafen möchte". Der Kontakt mit vielen Künstlern bei der Organisation des Meidericher Kunstmarktes und der Ausstellungen in der Galerie 77 führte dazu, dass Rudolf Kley wieder zu Malen anfing. Mit seinen Aktionen wollte er seine kreativen Mitbürger davon überzeugen, dass nicht der Verkaufserfolg auf dem Kunstmarkt das Maß aller Dinge ist, sondern der Spaß, den sie an der eigenen Gestaltung finden. Dies bewahrt die Menschen vor Frust und kompensiert negative Erfahrungen am Arbeitsplatz oder hilft darüber weg, wenn dieser fehlt. Einmal an Aktionen und die Möglichkeit gewöhnt, hierüber auch die Öffentlichkeit zu erreichen, setze er in der Folgezeit immer wieder diese Erfahrungen ein, um auf notwendige Veränderungen im Gesundheitswesen hinzuweisen.

Während anfangs in seinen Werken und Aktionen die reine Malfreude das Publikum als Animation ansprang, verband Rudolf Kley ab Mitte der neunziger Jahre immer stärker Kunst und Pharmazie. Immer wieder äußerte er sich auch in Leserbriefen in der pharmazeutischen Press zur Situation im Gesundheitswesen und beklagt, dass die Apotheker in ihrem Warensortiment oft auch sehr fragwürdige Dinge belassen statt eindeutig Stellung zu beziehen und unter Umständen auch fragwürdige Therapieverfahren auszugrenzen. Hinter das vielfach für Apotheken geforderte Qualitätsmanagement (QMS) macht er des halb auch heute noch ein großes Fragezeichen.

 

 

Diese zeitgenössische Verbindung von Kunst und Pharmazie ist einmalig!

 

Grafik zum Apothekertag 1980 in München. ("18 Farben-Siebdruck". "14 Farben Siebdruck" für Ärztekunstzeitschrift "Expertise", daneben Farbvariante)

Der Kontakt mit vielen Künstlern über die Galerie 77 inspiriert Rudolf Kley. Er malt wieder. Füllschaumbilder gehen wenig später in Farbfeldmalerei auf, wie sie sich dann auch auf seinen Siebdrucken für den Deutschen Apothekertag 1980 und für die Kunstzeitschrift "Expertise" "eingefroren" findet. Mit 18 bzw. 14 Farben sind diese Siebdrucke sehr aufwendig gestaltet. Die "Grafik zum Apothekertag 1980" wurde zwar anläßlich des Apothekertages in München konzipiert und dort ebenso wie ihr Entwurf am Stand des Apotheker Journals ausgestellt, ein pharmazeutisches Motiv findet sich allerdings nicht auf dem Blatt. So ist es kein Wunder, dass dieses Bild auch für Nichtpharmazeuten interessant war und bis nach Südamerika verkauft wurde. Dem Lions-Club Duisburg Mercator half sie bei einer Activity. Angeboten wurde die Siebdrucke später auch beim DAZ Service Kunst, einem Dienst der Deutschen Apothekerzeitung. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang vielleicht, dass dies die einzigen Grafiken waren, die Rudolf Kley unter seiner Aufsicht drucken ließ. Sein Medium ist die spontane, gestische Malerei, die manchmal in Form oder in Verbindung mit ausgemalten Feldern auch ziemlich präzise daherkommt. Von dieser Art Malerei war es deshalb nur ein kleiner Schritt bis zu der von ihm später kreierten NAMEART, wie sie auch 1994 bei seiner Aktion "Nur Arzneimittel sind Arzneimittel" eine Rolle spielte. Und noch eine Kuriosität. Die Grafik war noch nicht fertig, als der Prospekt gedruckt werden musste. Also musste eine gerahmte Fotografie des Entwurfes herhalten, was zu erheblichen Farbabweichungen führte. Auch etwas für Sammler.

 

 

Mit diesem Flyer warb Rudolf Kley auf dem Apothekertag für die Grafik. Neben Zeitungszitaten enthält er auch ein  Geleitwort des Wiener Künstlers Franz Milan Wirth. Daneben die Beilage der Apothekerzeitung

 

Ausstellung zur Eröffnung der Gehe Niederlassung in Duisburg

Am 8. und 9. November 1980 lud die pharmazeutische Großhandlung GEHE Apothekeninhaber, ihre Familien und ihr Personal zu einer Betriebsbesichtigung in ihre neueste Niederlassung ein, Schon die Form der Einladung fiel ins Auge. Eine Zeitung "Hatschii Gesundheit" im DINA3 Format weckte mit einem reichhaltigen Program für das Wochenende die Neugier der Leser. Gleich auf der zweiten Seite wurde Rudolf Kley gefragt: "Herr Kley, unter den Malern sind Sie der bekannteste Apotheker und unter den Apothekern der bekannteste Maler. Was machen Sie denn am 8. und 9. November bei GEHE?" Die Antwort: " Ich sehe mir an, wie sich meine Kolleginnen und Kollegen meine Bilder ansehen. Ich höre mir an, wie mich der Kritiker bei der Vernissage kritisiert. Und ich mache ganz verschämt mein Portemonnaie auf, wenn mir jemand für schnöden Mammon eines meiner geliebten Bilder wegnehmen will." Die Ausstellung wurde von dem Kunst-Didaktiker Professor Dr. Helmut G. Schütz eröffnet. Nach der Veranstaltung gab es eine wieder eine umfangreiche Zeitung, in der sich die Besucher auf zahlreichen Fotos wiederfinden konnten.

 

 

 

 

Ausstellung auf dem Apothekertag 1982 in Düsseldorf

Vom 14. bis 17. Oktober 1982 fand auf dem Apothekertag in Düsseldorf eine Kunstausstellung mit Werken von neun bildnerisch tätigen Apothekern aus dem Kammerbereich Nordrhein statt. Der Ausstellungsbereich war sehr großzügig gestaltet und stellte im hektischen Messebetrieb eine Zone besonderer Ruhe dar. Er schuf Platz für viele und andersartige Begegnungen unter Kollegen.

Nach seiner Aktion "Kunst ist Kohl" wollte Rudolf Kley nicht mehr malen. Erst die Einladung zu dieser Ausstellung setzte in ihm den Wunsch frei, Besuchern zu zeigen, wie sich bei ihm und vielleicht auch allgemein Malerei entwickelt, Bilder immer wieder aus Bildern kommen. So ließ er alle Bilder in der Reihenfolge ihres Einstehens auf den benutzten Tapetenrollen. Zunächst malte er die Bilder auf eine senkrecht vor ihm liegende Tapetenrolle, nach dem Tod seines Bruders Wolfram legte er die Tapete waagerecht vor sich hin und malte eine abstrakte Bildfolge von über 1100 Bildern, mit der er ins Guinnessbuch der Rekorde kam. Mit den "Vorläufern" war er über die Galerie Scholten auf der Art 13 in Basel vertreten.

 

Mit den Vorläufer des Guinnessrekordwerkes auf der Art 13 1982 in Basel

 

 

Anlässlich des Apothekertages gab der Storck Verlag aus Oberhausen eine Grafik von Rudolf Kley heraus.. Daneben in kleinerer Auflage eine Farbvariante für den guten Zweck.

 

 

Im Mai 1982 erschien dieses Interview in der "Blanche". Neben Aspekten seiner Malerei spricht Rudolf Kley hier auch seine utopischen Vorstellungen vom Apothekerberuf an, die er in vielen Leserzuschriften an PZ und DAZ präzisiert.

Solidarität unter Apothekern in Meiderich. Gemeinsam gegen Jugendarbeitslosigkeit

Bereits in Mülheim und in Lünen hatte Rudolf Kley bei den Aktionen für sein Projekt "1100 Meter Stattgeschichte".Berührungspunkte mit dem Thema Jugendarbeitslosigkeit  In Meiderich gab es deshalb in der Filiale der Deutschen Bank eine Ausstellung mit den "Mülheimer Stattmetern" zugunsten des Vereins Jugendberufshilfe in Duisburg. Eröffnet wurde die Ausstellung von Bürgermeister Reinhard Bulitz, Bevollmächtigter der IG Metall in Duisburg, der auch "Vater der Werktätigen" genannt wurde und Gründungsmitglied des Vereines war. Zugunsten dieses Vereines wurden die ausgestellten Bilder angeboten und gleichzeitig der Verkauf der "Stattmeterkarten" in Meidericher Apotheken gestartet. Die Aktion verlief zur Zufriedenheit aller Seiten und förderte auch das Gespräch unter Kollegen, die sich sonst aufgrund der Konkurrenzsituation wenig zu sagen haben.

Bürgermeister Reinhard Bulitz eröffnet die Ausstellung. Rudolf Key im Gespräch mit Prof. Dr. Hartmut Morck, heute Chefredakteur der Pharmazeutischen Zeitung.

 Birkenball

Rudolf Kley gehörte zu den Initiatoren des "1. Ärzte und Apothekerfest". Am 8. Mai 1987 fand in den Festsälen des Steigenberger Hotels Duisburger Hof der "Birkenball" statt. Aufgrund des großen Erfolges wurde er im nächsten Jahr wiederholt. Ärzte und Apotheker kamen sich nicht nur beim Tanz näher.

 
 

Auch beim Birkenball nutzte Rudolf Kley die Gelegenheit, um auf sein Luftpumpenprojekt aufmerksam zu machen. (Im Hintergrund sein Aktionsfeld)

 

Bürgerinitiative zum Erhalt des KWK

Gegen die Schließung des Meidericher Kaiser-Wilhelm-Krankenhauses (KWK) organisierte sich 1987 eine Bürgerinitiative. Die Initiatoren waren Mitarbeiter des Krankenhauses - Ärzte, Pflegepersonal - aber auch viele Meidericher Bürger, die die Grundversorgung in Meiderich gefährdet sahen. Unter ihnen Rudolf Kley. Aber auch die Versorgung im Notfall, die rasche medizinische Hilfe erfordert, wurde in Frage gestellt. Bereits 5 Tage nach ihrer Gründung hatte die Initiative 11 000 Unterschriften gegen dien Betten abbau in Meiderich gesammelt. Mütter und Kinder gingen für das KWK auf die Straße. Rudolf Kley setzte seine Malerei für den Erhalt des Krankenhauses ein- Er malte eine große Zahl sogenannter "KWK - Bilder" und stellte sie im ganzen Krankenhaus aus. Obwohl sie abstraktwaren,sprachen sie auch das Personal an, weil es "Suchbilder" waren. Oft standen Besucher des KWK vor diesen Bildern und suchten die 3 Buchstaben. Nachdem feststand, dass aus dem KWK eine Herzklinik wurde, kaufte das Personal dem Chefarzt 2 dieser Bilder zum Abschied.

 

Gehe und leihe Vincent Dein Ohr Film

Seit dem 22. Dezember 1986, seinem 40.Geburtstag, sammelt Rudolf Kley Luftpumpen. Er will aus 30 000 gelben Luftpumpen das Weizenfeld rekonstruieren, in dem  sich Vincent van Gogh erschossen hat. Eine Hommage an van Gogh, dessen Malerei ihn in der Jugend stark beeinflusst. hat. Zum Geburtstag ließ er sich die ersten Pumpen schenken. Über Zeitungsaufrufe und Aktionen hat er seither immer versucht die benötigte Anzahl Luftpumpen zu erhalten. So eine Aktion fand im Sept. 1988 auch in der Niederlassung der pharmazeutischen Großhandlung GEHE in Duisburg statt. Die Besucher konnten ihr Ohr van Gogh  leihen, indem sie hinter ein Bild traten und ihr Ohr durch eine Öffnung steckten. Das Ohr wurde von der anderen Seite fotografiert und das Bild, das "Ohr", hinter eine Grafik geklebt. Auf der Grafik befand sich der Umriss des Gesichtes. Dort, wo sich das Ohr befunden hätte, war eine Öffnung. An dieser Stelle erschien jetzt das Ohr des Besuchers. Der Umriss war nicht schwarz, wie Abgebildet, sondern Blau, GEHE-Blau. Der Bogen hatte die Form einer gekrümmten Luftpumpe und war so gelb, wie alle Luftpumpen später einmal sein sollen. Die Ohröffnung wurde von Rudolf Kley per Hand ausgeschnitten. Einige Bögen des Büttenpapiers ließ er ganz und benutze sie für Collagen.

Hier bekommt man einen Einblick in den Ablauf der Aktion.

Protest gegen Filterstaubfirma in Meiderich

Seit dem Frühjahr 1987 verarbeitete die Entsorgungsfirma Becker in einer Halle der früheren Thyssen Gießerei in Meiderich hochgiftige Filterstäube. Eine Bürgerinitiative, der auch der Apotheker Rudolf Kley angehörte, protestierte gegen die damit verbundenen Gesundheitsgefahren. So wussten Bürger von verschiedenen Störfällen zu berichten. Bei einem Unfall sei tagelang Staub ausgetreten. Zur Universiade im August 1989 in Duisburg führte Rudolf Kley deshalb direkt vor dem Austragungsort, dem MSV Stadion, eine Aktion durch, bei der er auch die Besucher, die von auswärts kamen, einbezog. Sie konnten sich die Maske aufsetzen und wurden mit ihr fotografiert. Über dem U der Universiade - so nennt man die Weltsportspiele der Studenten schwebten auf der Maske die olympischen Ringe mahnend als Giftwolke. Rudolf Kley setzte mit der Aktion einen Kontrapunkt zu den Verschönerungsmaßnahmen der Stadt anlässlich der Spiele: "Blumenkästen sind eine Sache, die sieht man, die giftigen Filterstäube dagegen sieht man nicht. Das ist ganz offensichtlich Volksverdummung!" Die Fotos wurden zu einer Kollage zusammengefasst, auf Bildträger aufgeklebt und übermalt. Die Bilder wurden zuerst Teil der Ausstellung "Schöpfung - Schöpfung bewahren" im Gemeindehaus in Meiderich. Ihren originellsten wenn auch makaberen Rahmen erhielten sie durch eine Ausstellung in der Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) in der DGHS Akademie Düsseldorf. Präsident Atrott persönlich erwarb eines dieser "hoffnungsvollen" Bilder.

 

 
 

Gesundheit und Luftpumpen. Auf dem Kunstmarkt in Meiderich machte Rudolf Kley mit einem Quadratmeter großen gelben Luftpumpenfeld auf seinen Informationsstand gegen die Verarbeitung giftiger Filterstäube im Wohngebiet aufmerksam, Die Aktion fand  Beachtung.

Der besondere Apothekenkalender

Bekanntlich verteilen Apotheker zum Jahreswechsel Wandkalender an ihre Kunden. Zusätzlich zu den üblichen Kalendern hat Rudolf Kley für das Jahr 1989 einen Kalender herausgegeben, der auch für einen guten Zweck an Sammler verkauft wurde. Der Kalender besteht aus 12 Collagen. Mit der Schere hat der Apotheker in der Kunstgeschichte geblättert und ist beim Jugendstil pfundig geworden. "Schnipp/Schnapp läßt er Pflanzen um sein Apothekenhäuschen ranken und versteckt sich selbst im stilisierten Blätterwald." merkt Prof. Klaus Wietasch, Präsident des LC Duisburg Mercator, an. Auch Teile des oben wiedergegebenen Prospektes zur Grafik zum Deutschen Apothekertag 1980 verarbeitet Rudolf Kley in den Kalenderblättern.

 

 

Prof. Klaus Wietasch bedankt sich bei Dr. Richard Klein mit dem 1. Kalender

Kalender 1990: " Ich male also lebt van Gogh!"

Der Kalender für das Jahr 1990 steht unter einem ganz besonderen Stern. Rudolf Kley: "Mit dem Kauf dieses Kalenders helfen Sie gleich in mehrfacher Hinsicht. Sie fördern das Kinder und Jugendprojekt der Arbeiterwohlfahrt "Kultur und Arbeit auf dem Hof" und Sie unterstützen die gemeinnützige Organisation, die Ihnen diesen Kalender anbietet. Sie tragen meine Botschaft weiter." Worin diese Botschaft besteht, erfährt der Kalenderkäufer im Innenteil dieses Kalenders, der aufmunternde Worte von Bundesminister Möllemann und OB Krings enthält. Rudolf Kley ermutigt den Leser, seinen Kopf von allen Kunstbegriffen zu entleeren und unbefangen kreativ zu werden. Er will die Luftpumpe als Qualitätsmaßstab für Kunst einführen, weil er sich dann sicher ist, dass niemand falschen Maßstäben nachläuft. Einen objektiven Qualitätsmaßstab gibt es nicht. Dies wird durch die Luftpumpe unterstrichen. Die Bilder sind nicht einfach nur Pinselzeichnungen nach bekannten Gemälden von van Gogh. Rudolf Kley hat Bild für Bild vervielfältigt und jeweils eine Collage daraus gemacht, die es in sich hat. Da sind z.B. Filterhauben versteckt und der Meister selbst steckt da mittendrin. Also alles irgendwie auch Suchbilder, die insgesamt zum Nachdenken anregen sollen. Eins ist jedoch für Rudolf Kley ganz offenkundig und wird hoffentlich auch von dem Betrachter eins zu eins so übernommen: "Malen kann die Gesundheit auf ganz unterschiedliche Weise fördern!"

Die Bedeutung der Erfindung der NAMEART für die Pharmazie

Ohne die Erfindung der NAMEART hätte es die Ausstellung "Nur Arzneimittel sind Arzneimittel" 19994 nicht gegeben. 1991, kurz nachdem in der ARD der Beitrag "Van Gogh und die Luftpumpen" gelaufen war, suchte Rudolf Kley die Orangerie in Kölln auf und sprach mit ihrem Inhaber Gerhard F. Reinz, auch Ehrenvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Galerien e.V.. Der Galerist empfahl ihm für eine Ausstellung eine andere Galerie in Kölln, die Kley aber nicht zu diesem Zweck aufsuchte. Auf der Heimfahrt dachte er über Kunst nach und stellte lakonisch fest: "Der Name ist die Kunst!" Noch am gleichen Tag entstand das erste "Kley" Bild, das er natürlich nicht mehr mit seinem Namen signierte. Dafür bat er Weltfirmen bzw. bekannte Marken wie Nike, McDonald bekannte Marken und z.B. Black und Decker darum, diese Bilder mit ihrem Namen unterschreibeneu dürfen, woraus ein ganz interessanter Briefwechsel resultierte. Die Firma Coca Cola verbat sich eine solche Verfahrensweise. Deshalb malte Kley mit Cola seinen Namen und stellte tiefsinnig die Flasche mit dem Rest darunter.

Mehr "Kley"-Bilder in der entsprechen Rubrik unter Malerei. Rudolf Kley war es wichtig, dem Betrachter auf diese Weise wieder einmal vermitteln zu können, dass es die Freude an der Malerei ist, die ihn zum Malen antreibt und nicht der Wunsch, am Ende des Schaffensprozesses etwas in derHand halten zu können, dass er mit "Kley" unterschreiben kann. Viele Werke sind genau aus diesem Grund nicht unterschrieben und deshalb schwer zu datieren.

 

Protest gegen Gesundheitsreformen

1976 übernimmt Rudolf Kley die Löwen - Apotheke in Meiderich. Schon wenig später  muss er sich mit den Folgen von gesetzlichen Kostendämpfungsmaßnahmen herumschlagen. 1977 tritt das "Krankenversicherungs-Kostendämpfungsgesetz (KVKG)"  in Kraft. Es folgen 1982 das Kostendämpfung Ergänzungsgesetz, Haushaltbegleitgesetze 1983 und 1984, das Gesundheitsreformgesetz 1989, 1993 Das Gesundheitsstrukturgesetz, 1997 1. und 2.  GKV-Neuordnungsgesetz, 2000 das Gesetz zur Reform der gesetzlichen Krankenversicherung, 2002 das Arzneimittelausgaben-Begrenzungsgesetz, 2004 das GKV-Modernisierungsgesetz (GMG), 2006 das Arzneimittelversorgung-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AVWG), 2007 Das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der GKV.

Diese Gesetze sind keine Versuche, die Probleme im Gesundheitswesen grundsätzlich zu lösen. Sie schränken nur die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen für ihre Mitglieder ein und erschüttern die wirtschaftliche Basis der Leistungserbringer. Die Laufzeit ihrer Wirksamkeit ist kurz, so dass immer wieder neue Maßnahmen ergriffen werden müssen. Dafür treiben sie aber die Bürokratie auf die Spitze. Rudolf Kley hat den Ärger hierüber nicht einfach geschluckt, sondern sich an Protesten gegen diese Reformen beteiligt.

Das erste Mal anlässlich des Gesundheitsreformgesetzes. Im Rahmen des örtlichen Apothekerverbandes hat Rudolf Kley 1988  maßgeblich an der Gestaltung eines Handzettels mitgewirkt, den Minister Norbert Blüm verärgert in die Kamera der Tagesschau hielt. Die Äußerung von Dr. Dieter Thomae, MdB, FDP, Mitglied der Koalitionsfraktion Strukturreform, dass Apotheker Verluste durch die Reform doch dadurch wettmachen können, dass sie mehr verkaufen, bringt Rudolf Kley dazu, aus der FDP auszutreten.

Unter Minister Seehofer wird es nicht besser. Die Apotheker werden zunehmend mit dem Ärger der Patienten über geänderte Verschreibgewohnheiten der Ärzte konfrontiert. Dies, obwohl es weder eine Positivliste gibt, noch die Liste der von der Verordnung ausgeschlossenen Medikamente erweitert wurde. 16 000 Ärzte verlassen die Krankenhäuser, die Pharma-Industrie kürzt die Forschung, weil die Ärzte weniger neuartige Medikamente verschreiben. Selbst die Zahl der Verordnungen bei lebensbedrohlichen Krankheiten sinkt nach einer Umfrage des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie um 30 Prozent. Es werden sogar 10 Prozent weniger Medikamente gegen Krebs verschrieben. Die Apotheken gleichen den Umsatzverlust durch Personalentlassung aus. Ganze Berufsstände werden "ausgerottet" (z.B. Masseure) Was Seehofer spart, gibt die Bundesanstalt für Arbeit wieder aus. "Weil Du arm bist, musst Du eher sterben!" Rudolf  Kley lässt die Patienten einen entsprechend formulierten Brief an Minister Seehofer unterschreiben. Der wird am Ende 2 Kilometer lang, kann aber nicht zugestellt werden, weil die Post hierzu keine Möglichkeit sieht. Die Botschaft dürfte dennoch über Zeitungsberichte beim Minister angekommen sein. Geändert hat sie nichts. Rudolf Kley macht im August 1993 erstmals den Vorschlag, dass von ihm angestrebte gelbe Luftpumpenfeld als ein Mahnmal der Apothekenbasis und der Solidarität mit den Patienten Wirklichkeit werden zu lassen und dieses Werk auf dem Apothekertag auszustellen. "Vielleicht warten unsere Standesführung und Minister Seehofer nur darauf, dass wir ihnen mit der Luftpumpe einen Wink geben."

2 Kilometer Beschwerdebrief     Blüm Wann wurden die Bilder Kraft der Linien in  Bonn ??? ausgestellt und wo ??? Wann gab es die Ausstellung in Kölln? Ausstellung  in der Ärztebank in Düsseldorf

 

Nur Arzneimittel sind Arzneimittel

"Schlank im Schlaf!" Werbetexter bedienen die heimlichen Wünsche der Menschen in der Regenbogenpresse. Gesund leben? Wozu, wenn es doch so einfach geht und das Mittel xy die Adern wieder frei pustet.  Gemeinsam ist diesen Mitteln, dass es sich nicht um Arzneimittel handelt. Denn Arzneimittel müssten für ihre Behauptung geradestehen. (Nicht alle, wie man später sieht) Oder auch nicht, wenn es nur geschickt genug formuliert ist oder ein Zusammenhang auf andere Weise hergestellt wird. Was zuviel ist ist zuviel! Genervt durch diese sich rasend schnell vermehrenden, für den Fachmann ganz offensichtlich irreführenden Kaufempfehlungen in der Presse und entsprechenden Hauswurfsendungen, hat Rudolf Kley sich nach Feierabend mit heftigen Pinselschwüngen abreagiert und das, was für ihn als Apotheker so selbstverständlich ist, auch gemalt. "Nur Arzneimittel sind Arzneimittel!" Die gleichnamige Ausstellung wurde vom Präsidenten der Apothekerkammer Nordrhein, Rudolf Mattenklotz ...... eröffnet. Zu den Nichtarzneimitteln, die, wie der Name schon sagt keine Arzneimittel sind, denen eine solche Wirkung nur angedichtet wird, gesellen sich die Arzneimittel, die fast 20 Jahre nach dem Arzneimittelgesetz von 1976 aufgrund von Übergangsbestimmungen immer noch im Verkehr sind. Ohne jede Wirksamkeitsprüfung, ohne erforderlichen Wirksamkeitsbeweis, nur weil sie einmal registriert wurden. Verzichten die Hersteller dieser Mittel bis zum 31.12.96 auf eine Nachzulassung, dürfen sie ihre Produkte noch bis zum 31.12.2004 vermarkten. Eine Liste dieser Arzneimittel, die unter die 2004-Regelung fallen, gibt es nicht. Dabei ist auch der Wirksamkeitsbeweis an sich umstritten, weil es sich meist um eine  pharmakologische Deutung von Messgrößen handelt, über deren klinische Relevanz es oft durchaus unterschiedliche Meinungen geben kann. Ist ein Mittel bei Claudicatio intermittens (Schaufensterkrankheit) schon deshalb wirksam, weil sich die Gehstrecke gegenüber Placebo um 27 Meter verlängert? Oft strotzen die Studien nur so von methodischen Mängeln (Symptombeurteilung nicht durch den Patienten, keine objektive Beurteilung der Erkrankung, nachträglicher Ausschluss von Probanden etc.) Die Mängel verstecken sich hinter beeindruckenden Hochglanzbroschüren, die vom Arzt ungeprüft im Papierkorb landen - aber der Arzneimittelname und die Indikation haben sich dann schon eingeprägt. Eine Kollegin, fragte Rudolf Kley beim Besuch dieser Ausstellung nach der Heilwirkung von Farben. In der Literatur finden sich dazu einige Angaben, die man so glauben kann oder nicht. Gelb bei Verdauungsproblemen, Blau bei Schilddrüsenerkrankungen, Rot bei Hautkrankheiten und Asthma. Natürlich wird auch in diesem Bereich voneinander abgeschrieben. Rudolf Kley wollte es besser wissen. Zusammen mit der AOK verteilte er Fragebögen an Patienten. Der Rücklauf war mäßig, sicher eine Reaktion auf die vielen Fragen. Ein offensichtlicher Zusammenhang war weder zwischen den Erkrankungen und Farben noch verspürten die Patienten in Gegenwart bestimmter Farben eine von Ihnen ausgehende, besondere Heilwirkung. Das Testergebnis war nichtssagend und der Test wurde deshalb abgebrochen.

 

Bericht in der Aok-Zeitung, gesamter Testbogen

 

"Bachblütenkrieg" in Meiderich

Frau Schreinmaker hat in ihren Sendungen über die wohltätige Wirkung von "Bach-Blüten-Essenzen" berichtet und damit anscheinend im Juni 1995 eine so große Nachfrage ausgelöst, das nach Auskunft der Vertreibergesellschaft bereits Fälschungen auf dem Deutschen Markt auftauchten. Diese ließen sich angeblich an der fehlenden "energetischen Imprägnierung" erkennen. Wissenschaftlich lässt sich die angegebene Wirkungsweise in keiner Weise nachvollziehen. Bachblüten-Produkte sind deshalb auch nicht als Arzneimittel zugelassen und dürfen in Apotheken nicht vorrätig gehalten werden.. Die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker forderte die Apotheker bei dieser Sachlage deshalb auf, ihre Glaubwürdigkeit als Heilberuf nicht zu verspielen und die Patienten entsprechend aufzuklären.

Grund genug für Rudolf Kley, seine Apotheke mit entsprechenden Schildern zu pflastern. "Bach-Blüten" als Ersatzreligion. helfen sie auch gegen Lügen, wenn der Hersteller seine Produkte schon im Bereich der Charakterpflege und Seelenreinheit ansiedelt? Allerdings sollen die Mittel auch bei Schock und Rechthaberei wirksam sein. Lagerhaltung ist verboten. Darauf weist Rudolf Kley in einem Informationszettel hin. Schilder im Schaufenster eines Kollegen "hier Bachblüten" sprechen deshalb für sich. Der Fall wird im "Sommerloch" von der lokalen Presse und der Apothekerzeitung aufgegriffen. Bald ist von einem "Bachblütenkrieg" die Rede. Nach Ansicht von Rudolf Kley rückt der Verkauf von Bach-Blüten auf  Empfehlung von Apothekern den Apotheker in unmittelbare Nähe zu Wunderheilern und Amuletthändlern. Schon das Mitsichführen der "Bach-Blüten-Flasche" hilft angeblich. Eine Verfahrensweise, die sich natürlich auf jeden anderen Gegenstand, nicht auch zuletzt  vom Arzt verordnete, lebensnotwendige Tabletten übertragen lässt. "Aber wo kämen wir denn dann hin?"

 

Hier "Rettet Dr Huesmann Bilder" abbilden.

 

 

 

 

Der "Scheiß des Monats"!

Im Juni 1995 gibt der Marburger Apotheker Dr. Gregor Huesmann eine Pressekonferenz in seiner Apotheke. Er sagt ganz offiziell den Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln in Medikamentenaufmachung (Pseudoarzneimitteln) den Kampf an. Aber auch den Journalisten, die die für den Laien nicht weiter hinterfragbaren Halbwahrheiten über bestimmte Nichtarzneimittel und Arzneimittel verbreiten. Denn durch die Übergangsbestimmungen des AMG 1976 werden noch bis 2005 Arzneimittel im Handel sein, die lediglich irgendwann einmal registriert wurden, deren Wirksamkeit und Ungefährlichkeit für Bürger und Patienten nie durch besondere klinische und wissenschaftlich haltbare Untersuchungen belegt wurde. Monatlich will Dr. Huesmann ein Präparat an den Pranger stellen. Doch schon beim ersten Versuch erwischt es ihn kalt. Er greift sich ein Haifischknorpel-Pulver heraus, das unter der Hand eine Karriere als Antikrebsmittel  gemacht hat und gegen noch so mancherlei andere Beschwerden gut sein soll. Der Beweis der Wirksamkeit? "Haben Sie schon einmal einen kranken Hai gesehen?" Der Hersteller des Haifischknorpelpulvers fordert Schadenersatz wegen der Schmähkritik. Die berufliche Existenz von Dr. Huesmann ist gefährdet. In einer beispiellosen Aktion erklären sich Kollegen mit dem Marburger Kollegen solidarisch. Unter ihnen auch Rudolf Kley. Nach Abweisung der Schadenersatzklage gibt Dr. Huesmann seiner Freude und Genugtuung Ausdruck und hebt neben der Landesapotherkammer Hessen Rudolf Kley besonders in seiner Danksagung hervor. Ausschlaggebend für das positive Urteil ist, dass dieses Mittel keine Arzneimittelzulassung besitzt. (Als Lebensmittel braucht es die auch nicht. Als "Spezialnahrung für Gelenke" ist es immer noch im Handel. 30 x 12g kosten empfohlenerweise 62 €) Die Werbeaussagen seinerzeit verstießen ganz eindeutig gegen Lebensmittelrecht. Der Bundesgerichtshof wies deshalb die Schadenersatzklage ab, weil die Werbung des des Haiknorpelpulver-Vertreibers in entscheidenden Punkten unzulässig war. Leider spielt für die Beurteilung der Verkehrsfähigkeit die Frage nach dem Sinn oder Unsinn einer Nahrungsergänzung keine Rolle. Insofern ist es ein sehr zweifelhafter Sieg für den Verbraucherschutz, wenn nur die Werbung "umetikettiert" werden muss, dass Mittel aber im Handel bleibt. Wohl zum alleinigen Nutzen des Herstellers und Vertreibers.. Der Vorgang zeigt aber deutlich, was Apotheker riskieren, wenn sie im Sinne des Verbraucherschutzes nicht nur ihr Warenlager aufräumen, sondern auch aufklären wollen. Im Jahr 2000 gibt Gregor Huesmann unter Mitarbeit von Petra Kniebes ein Schwarzbuch der Wundermittel heraus. "Haifit und der "Scheiß des Monats" " lautet eine Kapitelüberschrift. Rudolf Kley hat diese Aktion zu seinen "Rettet Dr. Huesmann" Bildern inspiriert, die dauerhaft an diesen Vorgang erinnern, auch wenn man diesen "NAMART - Text" nicht lesen kann.

  Bilder zu diesem Thema

Jeder Mensch ist ein Placebo

Am 22.12. 1996 wird Rudolf Kley 50 Jahre alt. Er lädt aus diesem Anlass zu einer Ausstellung in die Galerie 77 ein. Der Titel dieser Ausstellung lautet: "Jeder Mensch ist ein Placebo!" Im Stil seiner NAMEART sind zu diesem Thema Bilder entstanden. Eine Ecke des Raumes wird von einem Computer mit Handscanner besetzt. Angeblich kann man hiermit Menschen scannen und so feststellen kann, ob der auf diese Weise Untersuchte tatsächlich ein Placebo ist. Natürlich ist alles so eingestellt, dass dieser Test bei jedem Menschen positiv ausfällt. Der Untersuchte bekommt dies auf einer Urkunde bestätigt, die dazu noch Verhaltensregeln für "kranke" Placebo enthält. In seinen einleitenden Worten weist Rudolf Kley darauf hin, dass "Identität von Kunst und Leben erst recht Identität von Kunst und Beruf " heißt. Er will mit seiner Ausstellung/Aktion dazu beitragen, dass die Menschen endlich ihre Selbstheilungskräfte bewusst voll ausschöpfen und dabei nicht von irgendwelchen Quacksalber oder Herstellern von Nahrungsergänzungsmitteln finanziell geschröpft werden. "Seit meinem 40. Geburtstag führe ich die Luftpumpe als Qualitätsmaßstab für Kunst ein, ab meinem 50. Geburtstag werde ich mich verstärkt der "Luft" in Pillen widmen." Eine Hauptaufgabe gesundheitlicher Aufklärung hat Rudolf Kley immer in der Korrektur der Erwartungshaltung der Patienten gegenüber der Leistungsfähigkeit von Arzneimitteln gesehen. Beim Erscheinen der ersten "Bitteren Pillen"(1983) war er der einzige Apotheker, der dieses Buch in der Fachöffentlichkeit begrüßt hat. Allerdings sind die "Bitteren Pillen" völlig wirkungslos, was die tägliche Praxis in der Apotheke beweist. Die Gesellschaft ist "placeboabhängig", will davon aber nichts wissen. ""Jeder Mensch ist ein Placebo!" Wird dieser Satz von allen Menschen verinnerlicht und umgesetzt, geht von ihm nicht nur ein Erdbeben auf unserem Gesundheitsmarkt aus! Erst in dem Augenblick, in dem wir wirklich registrieren, welchen Beitrag unser Körper für unsere Gesundheit leistet und wo die Grenzen der Leistungsfähigkeit von Arzneimitteln liegen, geben wir der Prävention und damit unserem Gesundheitssystem eine echte Chance." Rudolf Kley stellt auch seinen "RHK-Placebo-Test" vor. Er ist in Form eines Fragebogens aufgebaut. Das systematische Vorgehen bei der Beantwortung soll am Ende eine Auskunft über den Stellenwert -Nützlichkeit und Risiko - des zu begutachtenden Arzneimittels ermöglichen.

Abbildung des RHK-Testes

Jeder Bundestagsabgeordnete ist ein Placebo! P.A.G.S. soll die neue Gesundheitsschutzpartei heißen.

Keiner zweifelt daran. Bundestagsabgeordnete sind auch nur Menschen. Und wenn jeder Mensch ein Placebo ist, dann kann man es auch den Abgeordneten schriftlich geben. Ein Missverständnis in dem Sinne etwa, dass sie ihre Arbeit nur zum Schein verrichten, ist fast ausgeschlossen. Also schreibt Rudolf Kley im Februar 1997 alle Bundestagsabgeordneten an, erklärt sie auf der beigefügten Urkunde zu Placebo und informiert sie über eine bundesweite Unterschriftenaktion. Die unterzeichnenden Bürger fordern den Verzicht auf die Arzneizuzahlung und eine grundsätzliche Reform der Gesundheitsreform. Viele Kollegen schließen sich der Sammlung an und sammeln in ihren Apotheken Unterschriften. Die angepeilten 2 Millionen Unterschriften kommen nicht zusammen, nicht annähernd so viel. Aber es gibt überraschend viel Anerkennung aus den eigenen Reihen. Deshalb greift Rudolf Kley das Thema der Duisburger Akzente "Schöne Aussichten, Träume, Visionen, Utopien" auf und führt zum Thema Visionen, Abbau der Ohnmacht des Bürgers eine Befragung durch: Kennen Sie P.A.G.S., Partei für Arbeit, Gesundheit. Würden Sie diese Partei 1998 wählen?" Immer wieder äußern sich Patienten und Bürger verärgert über die selbstherrlichen Politiker, die einfach ihre Diäten erhöhen und dem Bürger dafür im gleichen Atemzug hohe Zuzahlungen für Arzneimittel aufbrummen. Sie wollen am liebsten gar nicht zur nächsten Bundestagswahl gehen. Rudolf Kley verteilt die Fragebögen nicht nur in seiner Apotheke sondern schickt auch Kopiermuster an die Kollegen, die auf  Veröffentlichungen in der pharmazeutischen Zeitung reagieren. "10% aller Erwerbstätigen sind im Gesundheitswesen tätig und könnten als Multiplikatoren leicht dafür sorgen, das die 5% Hürde genommen wird." Rudolf Kley: "Wenn es ausreicht, sich das Thema "Umweltschutz" auf die Fahnen zu schreiben, um eine Partei zu gründen, dann reicht der darüber anzusiedelnde Begriff "Gesundheitsschutz" erst recht aus!" Das sehen andere ebenso "P.A.G.S. kann es schaffen!" Die junge Frau sagt dies im Grundton der Überzeugung. Statt ihre Antwort in den gelben Briefkasten am Eingang einzuwerfen, gibt sie gleich drei ausgefüllte Fragebögen persönlich in der Apotheke ab. Um es vorweg zu nehmen: P.A.G.S. wird nicht gegründet. Der Ein-Mann-Parteigründungsaparat ist einfach überfordert und Lippenbekenntnisse und Unterschriften reichen für eine Parteigründung eben nun mal nicht aus. Da die Reformen im Gesundheitswesen keine Reformen sind, sondern nur ein Verschiebebahnhof für ungelöste Probleme, greift Rudolf Kley das Thema Parteigründung 2003 noch einmal im Zusammenhang mit seiner Aktion "Löffelabgeben" auf.

 

 
Aus Banknoten werden Protestnoten

Die Diäten der Abgeordneten sind im Juli 1997 gestiegen. Die Patientenzuzahlungen allerdings auch. Es geht wieder mal ums liebe Geld. Den Volksvertreter ist dabei das eigene Hemd offensichtlich viel näher als die Jacke der Patienten, in die jetzt die Kassen mit beiden Händen hineingreifen. Rudolf Kley ist das "Dumme-Sprüche-klopfen" der Politiker leid und fordert die Patienten auf, den Politikern noch dümmere Sprüche ins Stammbuch zu schreiben. Wenn man Politiker nur über das Geld erreicht, dann sollte man diese Sprüche als Botschaften an diese Scheine kleben. Aus Banknoten werden dann Protestnoten. Einige Sprüche hat Rudolf Kley mal aufgeschrieben, kopiert, ausgeschnitten und an die Geldscheine geklebt. Wieder mal in der Hoffnung, dass sich irgend etwas in Deutschland bewegt. Aber es sind wohl nur diese Spruchfahnen, die im Wind flattern. Der Durchbruch bleibt aus, Dabei stehen täglich mehr als 2 Millionen Bürger in Apotheken vor der Apothekenkasse, die durch die hohen Zuzahlungen jetzt noch mehr klingelt. Für die Apothekerkollegen aber nicht unbedingt der Weckton, der zum Mitmachen stimmuliert.

Lauer/Fischer: Start der "art-collection". Gestaltung der 1. WinApo - CD

Im Dezember 1997 startet die Pharma Daig + Lauer GmbH ein neues Projekt. 26 CD´s finden mit  dem Änderungsdienst jährlich ihren Weg in die Apotheke und landen nach der Einspielung im Papierkorb. Das will die Firma ändern, indem sie jeweils die letzte CD-Rom im Jahr durch einen  lebenden Künstler gestalten lässt. Da Rudolf Kley bei vielen Kollegen nicht nur wegen seiner berufskritischen Einstellung sondern auch als Maler bekannt ist, darf er die 1. CD gestalten und macht hierzu 6 Entwürfe. "WinApo" schreibt er sechsmal auf die runde Pappe, die im als Malgrund dient und überlässt die Auswahl der Firma. Das Ergebnis ist hier zu sehen.

 

 

 

Der "FETT-WEG" - Kalender

Während der Sonnenfinsternis 1999 kam Rudolf Kley die Idee, zur Jahrtausendwende einen besonderen Kalender herauszugeben. Genervt hatte ihn einmal mehr die unseriöse Werbung für Schlankheitsmittel. "Da kann ich ja genauso  behaupten, dass der Betrachter ein Kilo seines Gewichtes verliert, wenn er das Kalenderbild eine Stunde lang unter dem richtigen Winkel betrachtet, vorausgesetzt er hat noch nicht sein Idealgewicht!  Na ja, und wenn es nicht klappt, dann war es wohl nicht der richtige Winkel." Also schrieb Rudolf Kley "Fett weg" auf jeden Kalenderblattentwurf und malte fleißig drauf los. Es entstanden 12 ganz unterschiedliche Bilder, die jetzt  zu einem Teil seiner Aufklärungskampagne gegen "nutzlose Gesundheitsmittel und ihre Gesundheitsgefahren" wurden. "Fett weg!" mit Superpillen in einem Supertempo auf ganz natürliche und unschädliche Weise. So oder ähnlich liest man es immer wieder in Zeitungsanzeigen. Viele Übergewichtige fallen auf diese Anzeigen herein, weil sie sich nicht vorstellen können, dass derartige Behauptungen, die ihrem Wesen nach Betrug sind, überhaupt abgedruckt werden dürfen. Papier ist nicht nur geduldig, Steht da noch der Name irgendeines Professors dabei, dann nährt dies den Wunderglauben, unabhängig davon, ob dieser Professor tatsächlich existiert oder nicht. Die "Fett-weg" - Kalenderblätter von Rudolf Kley - manch einer hat sie sich eingerahmt - sollen den Betrachter täglich daran erinnern, dass er Anzeigen - egal zu welchem Thema - in der Apotheke Korrektur  lesen lassen sollte.

 

Der Polizeipräsident hatte ihn nämlich nach Münster eingeladen und den Platz vor dem Präsidium für die Aufstellung seines gelben Luftpumpenfeldes -in Anlehnung an van Goghs Weizenfeld- zur Verfügung gestellt. Außerdem unterstütze er den Apotheker kräftig beim Luftpumpensammeln. Jede Polizeidienststelle in NRW nahm auf seine Anweisung hin Luftpumpen entgegen.
Auch Bundespräsident Rau wollte anlässlich der Eröffnung des Picasso Museums in Münster seine Luftpumpe zu dem Feld beisteuern, sagte aber alle Termine im September aber wegen seiner Erkrankung ab.

Luftpumpenfeld als Gesundheitsmahnmal

25 Jahre Löwen-Apotheke

Anlässlich seines 25 jährigen Firmenjubiläums überrascht Rudolf Kley seine Apothekenkunden mit einer Grafik. Er fotografiert seine Kunden und macht sie zu einem Teil des Bildes. Gleichzeitig verewigt er seinen Schwiegervater auf dem Denkmal vor dem alten Rathaus, das im Hintergrund zu sehen ist. Davor die Apotheke. Dann kommt seine versöhnliche Ader zum Vorschein. Auf der hier abgebildeten Grafik fügt er zusammen, was angeblich zerstritten ist: Alt-OB Josef Krings und Nachfolgerin im Amt OB Bärbel Zieling.

   

 

   

 
   
   
   
   
   
Löffel oder Luftpumpen?

Für Rudolf Kley sind beide Gegenstände geeignete Waffen im Kampf um mehr Volksgesundheit. Den Gedanken an ein Gesundheitsmahnmal aus 30 000 Luftpumpen in Münster musste Rudolf Kley allerdings im Jahr 2000 nach Intervention des Polizeipräsidenten und des Büros des Bundespräsidenten Rau aufgeben. Bleibt nur der Löffel übrig. Äußerungen des Sachverständigenrates veranlassten den Apotheker zur Gründung der Gesundheitsinitiative www.loeffelabgeben.de „Die Bevölkerung muss vor Kamikaze Gesundheitsprogrammen, vor Politikern und Sachverständigen geschützt werden, die z.B. bei Preisvergleichen keinen Unterschied zwischen Arzneimitteln und Süßigkeiten, insbesondere Schokolade, wahrnehmen.“ Gutachter Eberhard Wille verglich nämlich Arzneimittel mit Schokolade. Nachdem die Preisbindung gefallen sei, habe Schokolade nur noch die Hälfte gekostet. Nach dem Lesen dieser Äußerung machte es bei Kley. Klick. „Um diese Weisheit zu „fressen“, braucht man ganz viele Löffel!“  Währenddessen läuft mit der Unterschriftenaktion der Apotheken gegen den Arzneimittelversandhandel die größte Volksbefragung, die jemals in der Bundesrepublik Deutschland durchgeführt wurde. „Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“, heißt es immer. Was aber dem Wähler antworten? Welche „Gesundheitspartei“ können die Gesundheitsberufler empfehlen? Die angekündigten Reformen aller Parteien fallen bei näherer Prüfung durch.
Rudolf Kley hatte deshalb bereits in der Deutschen Apothekerzeitung und in der Pharmazeutischen Zeitung - nach dem Motto „Nichts ist utopisch!“ - die Gründung einer neuen Partei „PAGS“, Partei für Arbeit, Gesundheit und Soziales, angeregt: „Fragen Sie Ihre Patienten doch bitte einmal, ob sie eine Partei wählen würden, die sich ganz der Sicherung der Arbeitsplätze, der Gesundheit und Solidarität des deutschen Volkes verschrieben hat.“ Bereits im April 1997 hatte Rudolf Kley eine solche Befragung durchgeführt. Damals hat er in 99% der Fälle ein ganz klares Ja als Antwort gehört und dies von seinen Patienten sogar schriftlich bekommen. Kollegen haben bundesweit mitgemacht oder zu mindestens auf seine Leserbriefe geantwortet. Tenor insgesamt (wörtliches Zitat): „Gratuliere zu diesem Vorhaben und hoffe, dass Sie ihre Idee in die Realität umsetzen können.“ Damals hat sich der Apotheker das Parteiengesetz besorgt und auch die Unterlagen vom Bundeswahlleiter kommen lassen. Zurückgeschreckt hat er dann aber doch vor der Arbeit: „In der Vergangenheit war es nämlich immer so, dass ich auch gleich zum Vorsitzenden des Vereines gewählt wurde, dessen Gründung ich angeregt hatte." Rudolf Kley schwebt ein Bündnis der Gesundheitsberufe vor, das die Patienten über die Folgen der Gesundheitsreformen umfassend aufklärt. Die Angehörigen der verschiedenen Gesundheitsberufe müssen endlich über den Rand ihres Tellers sehen und sich auch mit dem Problemen des Partners befassen.  Heute ist es der Versandhandel, morgen der Ferndoktor, der die Patienten per Internet berät und durch das Gesundheitswesen schleust. Nicht nur die Apotheker für sich, die Gesundheitsberufe insgesamt müssen Geschlossenheit zeigen und notfalls wie die Gewerkschaften geschlossen miteinander auf die Straße gehen. Natürlich geht es auch die Apotheker an, wenn Verdi zum Beispiel fordert, dass Fachärzte in Krankenhäusern auch ambulant behandeln dürfen sollen. Von seiner Vorstellung, eine Gesundheitsschutzpartei gründen zu können, verabschiedet Rudolf Kley sich auf Raten. So heißt es noch 2002 "Heute Verzicht auf Achtungserfolg, morgen Regierungspartei? Die Entscheidung ist gefallen. Die Partei für Arbeit, Gesundheit und Soziales tritt noch nicht zur Bundestagswahl 2002 an. „Die Resonanz bei den Ärzten ist gut“, so Initiator Rudolf Kley. „Durch den Verzicht auf einen Achtungserfolg jetzt werden die Erfolgsaussichten für die Bundestagswahl 2006 größer. Jede Apotheke, jede Praxis hat die große Chance, nach der Wahl ihren Patienten 4 Jahre lang klar zu machen, wer was wie im Gesundheitswesen besser machen kann. Unlauter ist das nicht, schließlich haben in der Vergangenheit auch Pfarrer Partei ergriffen.“

Die DPA verbreitete im August 2003 eine Meldung über die „Gesundheitsinitiative Löffelabgeben“, die bundesweit aufgegriffen wurde. Davon zeugten Briefe und Anrufe aus allen Teilen Deutschlands. Auch  Christian Stein war darunter, der mit seinem Aufruf Furore gemacht hatte, Kanzler Helmut Schröder das letzte Hemd zu schicken. Er beteiligt sich jetzt im Internet an der Löffelsammelaktion und sorgt dafür, dass das Thema in den Medien weiter seine Runde macht. Schlagzeilen macht Rudolf Kley auch mit seinem  Apo-Mopp auf dem Deutschen Apothekertag. (Der Begriff  leitet sich vom Flash-Mob ab.) Es ist ein Happening und ein -  im wahrsten Sinne des Wortes - lauter Protest gegen die geplante Gesundheitsreform, gegen die Folgen dieser verfehlten Gesundheitspolitik. Christian Stein ist Mitglied der Pro-Bürger-Partei. Als die Pro-Bürger-Partei in Duisburg einen Kreisverband gründet, tritt Rudolf Kley dieser Partei bei und wird ihr Oberbürgermeisterkandidat bei der Kommunalwahl 2004. Aus dem Stand heraus zieht die Partei in fünf der sieben Stadtbezirksparlamente ein und erringt zwei Ratsmandate. Rudolf Kley kommt mit seinem Ergebnis nahe an das des Oberbürgermeisterkandidaten der FDP heran. In seinem Wahlbezirk wird er sogar Dritter nach SPD und CDU. Kurz nach der Wahl kommt es zum Eklat zwischen dem Kreisverband und der Bundespartei, weil Bundesparteitagsbeschlüsse vom Bundesvorstand nicht umgesetzt werden. Die Mandatsträger verlassen die Pro-Bürger-Partei und gründen die Bürger Union 2004 die sich im Wahljahr 2009 den Freien Wählern NRW anschließt.

So beteiligt sich Christian Stein ( www.aktionletzteshemd.de  - viele Bürger haben Weihnachten 2002 dem Kanzler tausende „letzter Hemden“ ins Kanzleramt geschickt) per Ketten E- mail und gibt seiner Fangemeinde genaue Bescheid, wie sie Ulla Schmidt ihre Löffel ins Gesundheitsministerium senden kann. Rudolf Kley hat die Ministerin kürzlich gebeten „... wenigstens mit den Löffeln der Patienten sorgsam umzugehen und sie bitte aufzuheben. Die Löffel sollen in ein Gesundheitsmahnmal eingearbeitet werden. Es wäre schön, wenn wir dieses dann in der Nähe Ihres Ministeriums dauerhaft placieren dürften. Das Kunstwerk ist dann  auch für Ihre Nachfolger ein Denkanstoß“ ....„Bei diesem Gemeinschaftskunstwerk wird in besonders eindrucksvoller Weise der Satz von Josef Beuys illustriert „Jeder Mensch ist ein Künstler“. Und Patienten sind natürlich auch Menschen.“  Rudolf Kley  möchte die Löffelberge in Beton -„...damit Gesundheitspolitiker sich noch lange an den Löffeln stoßen können.“ - oder Acrylglas -„...dann überleben wenigstens die Löffel sichtbar“ gießen. Ein Mahnmal und Denkmal zugleich. Vielleicht auch nicht ein Berg sondern eher eine Stele. „Weil die besser zu Berlin passt.“ Vielleicht aber auch zusätzlich ein Windspiel, dass durch das Klappern der Löffel die bösen Geister verscheucht und Werbung für eine Gesundheitsschutzpartei macht, die sich in Gründung befindet. Wie heißt es doch in dem Gedicht zur Aktion: „Nicht Geister brauchen wir sondern Geist, damit uns die Politik nicht länger besch....!“ Rudolf Kley: „Schon der Aushang des Plakates „Hier offizielle Löffelsammelstelle“ in vielen Apotheken macht deutlich, dass weder Patienten noch Apotheken ihre Ohnmacht genießen sondern gemeinsam gegen die „verordneten“ negativen Folgen der Gesundheitsreform vorgehen. Wenn es sein muss bis zur nächsten Wahl!“

Die Entscheidung, sich politisch zu betätigen, gärte schon lange. Deshalb trat Rudolf Kley seinerzeit der FDP bei,  Dies kann man an Rudolf Kleys Bemühungen, eine Gesundheitsschutzpartei zu gründen, ablesen. Die Resonanz auf seine Aufrufe war aber unbefriedigend. Der Entschluss, der Pro-Bürger-Partei beizutreten, wurde auch durch den Wunsch herbeigeführt, Einfluss auf die lokale Politik nehmen zu wollen. Gegen den Wunsch viele Meidericher Bürger war nämlich der Wochenmarkt in Meiderich auf einen anderen Platz verlegt worden. Die Löwen-Apotheke konnte den damit verbundenen, leichten Umsatzrückgang verkraften, weil viele alte Meidericher den Umweg nicht scheuten und ihrer Apotheke treu blieben.


 

     
     
     

 

 

„MSV-Löffel“ sichert Arzneiversorgung

  Der MSV, sprich Meidericher Spielverein, seit 1967 auch als Bundesligist MSV-Duisburg bekannt, wird 2002 100 Jahre alt. Helmi Sternagel  ist der wohl bekannteste MSV Fan und gerade 75 Jahre jung geworden . Zur Hundert Jahr Feier ihres Vereins wollte man ihr Wohnzimmer, selbst das reinste MSV-Museum, für eine Ausstellung (2.5. bis zum 28.9.2002) ins  Kultur- und Stadthistorische Museum Duisburg verfrachten. Dagegen hat sie sich gerade noch wehren können : „Alles können Sie haben, nur nicht meine Möbel“ Von ihrem Löffel dagegen hat sie sich gerne getrennt. Im Rahmen einer besonderen „Pharmazeutischen Betreuung“ hat  Apotheker Rudolf Kley den Löffel jetzt bei ihr abgeholt. Natürlich ist es im Jubiläumsjahr ein ganz besondere Löffel. 21 MSV-Spieler haben das mit MSV-Symbolen reichlich verzierte Löffelbrett unterschrieben. „Das ist für meinen Apotheker!“ war die knappe Begründung  des prominenten Fans. „Der braucht das, sonst bricht die Arzneiversorgung zusammen.“  

 

 

 

Impressionen vom Apo-Mopp.

Ein kleiner Erlebnisbericht.  Alle Mitglieder des Apothekenforums, die sich zu dieser Aktion angemeldet hatten, trafen sich im Internet-Cafe. Es wurden Kopfbedeckungen, Visitenkarten und Anstecker verteilt. Mitgebrachte Löffel wurden in einen schwarzen Karton gesteckt, und es rappelte dann ganz heftig im Karton, als sich der Zug in Bewegung setzte. Überall an den Ständen und bei den Besuchern im Gang flogen die Köpfe herum. Mit Löffeln kann man eben gut klappern (Unterschriftensammlungen der ABDA z.B. geben keinen Ton) Am Stand der ABDA angekommen, wurden die Kollegen auf das Herzlichste vom Pressesprecher der ABDA, Herrn Esser, begrüßt. Er stellte Rudolf Kley ein Mikrofon zur Verfügung. Der vorbereitete Text wurde verteilt. Dann ging es los: "Happa, Happa Löffelstiel, ABDA, ABDA bringt nicht viel, WEGDA,WEGDA, muss nicht sein,ist die ABDA doch schon klein, NEUDA,NEUDA wär`nicht schlecht,macht sie´s uns vielleicht dann recht!"  Dann folgte das dreimal Hui, gefolgt von einem dreimal Prost, denn wo es Getränke gibt, muss man ja nicht gleich verschwinden. Als Rudolf Kley dann auf das Löffelsammeln zu sprechen kam, holte Herr Esser großzügig und spendabel ein Tablett mit Löffeln hervor, die zu den Löffeln  in dem Karton kamen. Einen Teil der Löffel  entlieh Herr Esser sich dann aber gleich wieder, weil keine Löffel mehr für die Suppe da waren. Dann wurden die bekannten gegensätzliche Standpunkte ausgetauscht, wobei Herr Esser bemängelte, dass das Apothekenforum durch Faxe auf sich aufmerksam macht, aber nicht zur Stelle ist, wenn es um  Anträge etc. geht.  Dafür war Herr Pfannkuche, Generalsekretär des  Bundesverbandes der Pharmaziestudierenden da. Nach dem Meinungsaustausch ging es dann mit großen Geklapper im Gleichschritt zurück. Und wieder konnte der  Zug die Aufmerksamkeit der ganzen Halle verzeichnen. Und die Geschichte des Deutschen Apothekertages war um ein Kunstereignis reicher.

 

 

 

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,224335,00.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Patienten können als Vorgriff auf die Folgen der Gesundheitsreform schon mal ihren Löffel in der Apotheke abgeben
  Löffelgrafiken Das Kreuz mit der BarmerBarmer Grafik

 
 
Versöhnungsgrafik im Gesundheitswesen

Von der Linde  Gehe Pz und DAZ Grafik

 
 
 
   

 

 
 Können diese Augen lügen?

Celesio-Vorstandschef  Dr. Fritz Österle hat Doc Morris gekauft, um den Apothekern zu helfen. Sagt er. Die pharmazeutische Großhandlung Gehe, die Apotheker mit Arzneimitteln beliefert,  ist jetzt in der gleichen Hand wie Doc Morris. Jetzt werden auch die Kunden der Apotheker gleich mitbeliefert. Ist es nicht ein wahrer Freundschaftsdienst, wenn man den Apothekern möglichst viel Arbeit und Gewinn abnimmt? Was sollen sich die Geschäftsfreunde denn lange quälen. So sieht wahre Freundschaft in den Augen des Vorstandsvorsitzenden Dr. Oesterle aus. Können seine Augen lügen? Rudolf Kley hat diese Augen in eine Grafik eingearbeitet

Nachdem die Augen des Celesio-Vorstandschef Dr. Fritz Oesterle schon für die Grafik "Können diese Augen lügen?“  herhalten mussten, wurde auch Doc Morris Begründer Ralf Däinghaus „Augenlieferant“ für eine Grafik. Die Grafik „Können diese Augen lügen?“ soll die Apotheke als Talisman vor dem „Kettengeist“ schützen. Mit der „DOKMODÄ – Grafik“ wurde der schutzwürdige Bereich auf die Patienten ausgedehnt.

Kurz nach dem Erscheinen der Grafiken „Können diese Augen lügen?“ und der „DOKMODÄ“ –Grafik schuf Rudolf Kley als Letzte in dieser Triologie die Grafik „Von Wirtschaften und Vettern!“ Diese Grafik kann sich jeder als Talisman an der Wand aufhängen. Sie schützt vor bösen Geistern in der Pharmazie. Normalerweise hält Rudolf Kley nichts von Esoterik: „Aber was ist heute schon normal? Ist es normal, wenn ein Geschäftspartner sich so verhält wie es Celesio mit dem Kauf von DocMorris getan hat? Anstatt den Laden - der aussieht wie eine Apotheke, nach deutschem Apothekenrecht aber nicht als solche betrieben werden darf- sofort zu schließen, wetteifert er jetzt mit seinen Stammkunden um die gleichen Rezepte. Fair ist das nicht!“ Bereits im vergangenen Jahr gab es die Versöhnungsgrafik im Gesundheitswesen, die vor den Folgen der missratenen Gesundheitsreform schützt. Kley: „Bei ihrem Anblick wird man immer daran erinnert, dass man jetzt nicht mehr krank werden darf! Auch übrigens, auch in dieser Grafik kann man Augen finden. Denn alle guten Dinge sind bekanntlich drei, sagt man. Aus Apothekersicht lässt sich auch das Schlechte personifizieren und an der Zahl Drei festmachen. An Dr. Fritz Oesterle, seines Zeichens Vorstandschef der CelesioAG, zu der auch die Pharmagroßhandel GEHE gehört, der Doc Morris gekauft hat, an Ralf Däinghaus, dem Begründer von DocMorris und an dem Gesundheitsminister Josef Hecken, dem Heckenschützen aus dem Saarland, der auf das Deutsche Apothekenrecht scheißt – pardon – schießt. Nach deutschem Recht dürfen Kapitalgesellschaften wie Doc Morris zum Schutz des Patienten keine Apotheke betreiben. Trotzdem hat der saarländische Gesundheits- und Justizminister Josef Hecken die Eröffnung einer Doc Morris Apotheke in Saarbrücken genehmigt."

Zwischen Fritz Oesterle und Josef Hecken gibt es eine Verbindung, über deren Folgen sich ausgiebig diskutieren lässt. Die Apotheker kennen das: keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Josef Hecken hat nach seiner Tätigkeit als Leiter des Ministerbüros bei Arbeitsminister Blüm 1998 auf den Stuhl des Abteilungsleiter für personalpolitische Grundsatzfragen beim Metro-Konzern gewechselt und dort Erfahrungen gesammelt, wie ein Konzern wie die Metro, zu dem beispielsweise Media Markt, Saturn, Real und Galeria Kaufhof gehören, funktioniert. „Ob er, zurück in der Politik und aufgerückt zum Justiz- und Gesundheitsminister des Saarlandes, nun in alter Verbundenheit zu seinem früheren Arbeitgeber das Placet für die DocMorris-Apotheke in Saarbrücken erteilte, ob schon eine Strategie von Seiten der Schiene Metro – Haniel – Celesio bestand, Spekulationen darüber liegen nahe.“ (ÖAZ aktuell 14/2007)

Grafik zum Apothekertag 2007

Alle guten Dinge sind drei sagte sich Rudolf  Kley und fertigte für den Apothekertag 2007 eine Grafik an, die sich jeder Kollege aus dem Internet herunterladen kann. Vincent van Gogh - Retter der Pharmazie? Essen ist 2010 europäische Kulturhauptstadt. Der Umbruchprozesses im Ruhrgebiet wird thematisiert. Einen Umbruch in der Pharmazie gibt es aber schon länger. Rudolf Kley beteiligt sich auf jeden Fall mit seinem „Luftpumenfeld“ an Ruhr 2010, völlig unabhängig vom Urteil der Jury. Da die Realisierung mit der Kollegen einfacher ist, bittet er auf diesem Wege um Unterstützung. Er sucht auch die Unterstützung der ABDA, da aus diesem Feld nich nur der Geist von van Gogh auferstehen soll, sondern dieses Feld 2000 - zum Ärger des Büros des damaligen Bundespräsidenten Johannes Rau - auch die Bedeutung eines Gesundheitsmahnmal erhielt. "Solange die Aktion läuft, bietet es sich geradezu an, auch über Gesundheit zu reden und zu schreiben!"

 

  Klammersack

 

   
  Oesterle Grafik

Grafik drückt Betroffenheit über den Tod von Adolf Merckle aus.

Kunst hält Momente fest, die bewegen und bewegt selbst. Obwohl es keinerlei persönliche Beziehungen zu dem schwäbische Unternehmer Adolf Merckle gibt, ist sein Freitod für den Duisburger Apotheker und Maler Rudolf Kley Anlass gewesen, um einen Moment inne zu halten und seiner Betroffenheit Ausdruck zu verleihen. Entstanden ist eine Grafik. Dabei griff der Apotheker u.a. auf seine Jubiläumsgrafik von 2006 zurück, die er der Firma Ratio in seinem Jubiläumsjahr anlässlich 30 jähriger Zusammenarbeit gewidmet hatte. Ob diese Grafik auch die eigene Betroffenheit widerspiegelt, mag jeder Betrachter für sich selbst entscheiden. Rudolf Kley geht jedenfalls davon aus, das der Tod von Adolf Merckle viele Menschen berührt, die vorher noch nicht einmal etwas von seiner Existenz wussten.

   
 
 
 
 
 
 
 
 

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