Kulturhauptstadt zieht´s nach Meiderich

 

Luftpumpen dort, wo einst der Meidericher Markt blühte? Auf dieser Fotomontage ist  schon  Realität, was 2010 endlich soweit sein soll. Dann, wenn Essen europäische Kulturhauptstadt ist, soll der Geist von van Gogh aus einem gelben Luftpumpenfeld auferstehen und dem erweiterten Kunstbegriff einen Eigennamen geben. Alle Bürger, insbesondere die, die hier im Ruhrgebiet und in den europäischen Partnerstädten der Ruhrgebietsstädte wohnen, werden gebeten, sich mit ihrer Luftpumpe an diesem Projekt zu beteiligen und hinsichtlich der Auferstehung und Namensgebung eigene Ideen zu entwickeln. Unabhängig vom Ort der Durchführung dieses Projektes hofft der Meidericher Apotheker Rudolf Kley, der seit 20 Jahren an diesem Projekt arbeitet, auf eine solidarische Beteiligung der Ruhrgebietstädte nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten. Die Aktion findet nicht im stillen Kämmerlein statt. Am Ende soll ein erlebbares Spektakel stehen, dass einen tiefen Eindruck bei den Anwesenden hinterlässt und das Gefühl, dass es wichtig war, dabei gewesen zu sein. Ob dieses Gefühl größer und nachhaltiger sein wird, wenn man die Relikte hinterher beseitigt oder an einen anderen Ort des Staunens verbringt, ist noch offen, wie so vieles andere auch. Rudolf Kley möchte die Menschen mit ihrer Phantasie einbinden, sie mitwirken und auch entscheiden lassen. Auf diese Weise möchte er die Aktion fest in ihrem Herzen verankern – aber  auch in ihrem Verstand und ihrem Denken.

 

 

 

 

 

 

Projektvorschlag „Luftpumpenfeld“ für die Kulturhauptstadt 2010 vom 27. September 2007

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren

 

2010 soll der Geist von van Gogh aus einem gelben Luftpumpenfeld im Ruhrgebiet auferstehen und dem erweiterten Kunstbegriff seinen Eigennamen geben. Alle Bürger, insbesondere die, die hier im Ruhrgebiet und in den europäischen Partnerstädten der Ruhrgebietsstädte wohnen, werden gebeten, sich mit ihrer Luftpumpe an diesem Projekt zu beteiligen und hinsichtlich der Auferstehung und Namensgebung eigene Ideen zu entwickeln. Unabhängig vom Ort der Durchführung dieses Projektes hoffe ich auf eine solidarische Beteiligung der Ruhrgebietstädte nach Maßgabe ihrer Möglichkeiten.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Rudolf Kley

 

 

 

 

Erläuterungen

 

Veranstaltungsort kann jede Stadt im Ruhrgebiet sein, jeder kann teilnehmen, europaweit.

dieses Schreiben war zunächst nur für das zuständige Büro in Duisburg gedacht. Beim Schreiben dieser Zeilen habe ich dann aber erkannt, dass in dieser Aktion auch eine Chance für alle anderen Ruhrgebietsstädte liegt, sich mit einer Beteiligung an diesem Projekt als Teil einer großen Kulturregion darzustellen. Deshalb schreibe ich auch Sie jetzt an, zumal der Ort, an dem das Projekt 2010 letztendlich durchgeführt wird, noch nicht feststeht. Dies hängt insbesondere von besonders günstigen Rahmen- und sonstigen Bedingungen ab, die die Stadt, die den Zuschlag erhält, der Aktion gewährt. Offen wie der Veranstaltungsort ist dieses Projekt auch für alle Menschen, unabhängig von der geografischen Lage ihres Wohnortes, wobei es verschiedene Möglichkeiten einer Beteiligung  gibt. Die Bürger könne sich mit einer Luftpumpenspende beteiligen und sie können mit eigenen Vorstellungen die Aktion selbst beeinflussen. Das Projekt wird auf jeden Fall stattfinden, auch ohne offizielle Unterstützung. Selbstverständlich hoffe ich auf das Gegenteil, sonst würde ich ja nicht diesen Brief schreiben.

Beruf und Berufung, Befreiung der Kreativität,  dazu Wesen von Gesundheit,  ergibt logistische Problemlösung

Das unten näher beschriebene Projekt bewegt sich von Anfang an auf verschiedenen Ebenen. Auf der einen Seite soll es eine Beitrag zur Befreiung der Kreativität im rein bildnerischen Bereich sein. Kreative Beschäftigung habe ich schon vor fast dreißig Jahren bei der Gründung der Kulturwerkstatt Meiderich immer als eine gesund erhaltene Maßnahme propagiert. Es ist aber auch andererseits ein Beispiel dafür, wie auf originelle Weise kreativ auf Probleme in einem anderen elementar wichtigen Lebensbereich aufmerksam gemacht werden kann. Es wird z.B. auch sehr viel Kreativität erforderlich sein, um den Bürgern ein gut funktionierendes Gesundheitswesen, zu erhalten, Verbesserungen inbegriffen. Hier treffen bei mir selbst wohl Beruf und Berufung zusammen. Jedenfalls sehe  ich spätestens seit dem Jahr 2 000 in dem Endergebnis, dem Luftpumpenfeld, auch ein Gesundheitsmahnmal. Deshalb bitte ich auch meine Apothekerkolleginnen und Kollegen, sich bundesweit für dieses Projekt zu engagieren. http://deapo.de/Apothekertag.htm   http://deapo.de/images/aktionen/pz-apotag.jpg Wenn viele mitmachen, sind auf einen Schlag zwei Probleme gelöst. Bei 24 000 Apotheken in Deutschland und einer entsprechenden Beteiligung des Apothekenpersonals und der Kunden sollte es möglich sein, die 30 000 benötigten Luftpumpen schnell zusammenzubekommen. Dies wird sicher  erleichtert, wenn es sich um eine offizielle Veranstaltung handelt.  (Anderenfalls bin ich darauf angewiesen, dass die Trotzreaktion bei den Kollegen im Sinne von „Jetzt erst recht!“ Früchte trägt, was mir im Ergebnis aber unsicherer erscheint.) In dem Augenblick, wo die Apotheke als Luftpumpensammelstelle fungiert, ist auch das Problem gelöst, wie ich dann an diese Luftpumpen komme. Das Sammeln kann ich dann auf Europa ausdehnen, z.B. auch über die Berufskollegen in diesen Ländern, über internationale Apothekervereinigungen. Wie bereits erwähnt habe ich in der kreativen Beschäftigung immer auch einen guten Teil Gesundheitsvorsorge gesehen. Aber nur, wenn man auch in diesem Bereich nicht falschen Maßstäben nachläuft. (An dieser Stelle schließt sich – wie Sie unten sehen werden - der Kreis zu meinem Luftpumpenfeld. Die Entwicklung im Gesundheitswesen mit ihren Maßstäben ist in vielerlei Hinsicht bedenklich. Inzwischen diktieren die Rabattverträge der Krankenkassen, welche Medikamente ein Mensch einzunehmen hat. Einer solchen Entwicklung kann man kein Denkmal setzen, nur ein Mahnmal. Bezüglich der Entwicklung im Gesundheitswesen könnte man fast meinen, dass ich den Geist von van Gogh aus einem Luftpumpenfeld auferstehen lassen will, weil wir inzwischen im Gesundheitswesen von allen anderen guten Geistern verlassen worden sind.) Deshalb hoffe ich darauf, mit dieser Aktion nicht nur Kunstinteressierte Bürger anzusprechen, sondern möglichst viele Menschen zu erreichen, die sich mit ihrer Luftpumpe gegen unzumutbare Zustände in wichtigen, auch ganz anderen  Lebensbereichen zur Wehr setzen. „Hochkultur“ auf Glanzpapier? Wer braucht diese Hochkultur  angesichts der vielen offenen Probleme wirklich? Brot und Spiele? Leuchttürme im Sandkasten? Keine Angst, ich habe persönlich nichts gegen Leuchttürme. Erinnern sie mich doch irgendwie von der Form her  an meine Luftpumpen. Von mir aus kann es deshalb ein ganzes Feld solcher Leuchttürme geben. (Gerade stelle ich mir ein Video vor, auf dem sich die Luftpumpen in einer Art Metamorphose in Leuchttürme verwandeln.)

Schluss nach 24 Jahren

Hiermit bitte ich Sie von ganzen Herzen um Unterstützung für dieses Projekt, dass ich seit 20 Jahren verfolge – und das mich inzwischen fast verfolgt. Anlässlich „Essen Kulturhaupstadt 2010“ möchte ich es auf jeden Fall zu Ende bringen und bewerbe mich deshalb hiermit, zugegebenermaßen etwas formlos, um keine Termine zu versäumen. Ich glaube fest daran, dieses Projekt mit Ihrer Unterstützung durchführen zu können. „Vielfalt und die Authentizität“ und Selbstbewusstsein der Kultur im Ruhrgebiet lassen sich schwerlich besser illustrieren, auch wenn dies nicht das Thema meiner Aktion ist.

Nicht das „Wo“, sondern das „Wie“ ist entscheidend

Der Ort, an dem die Aktion stattfindet, ist mir eigentlich fast egal. Er muss für Menschen, viele Menschen erreichbar sein, da die Aktion nicht im stillen Kämmerlein stattfinden soll. Am Ende soll ein erlebbares Spektakel stehen, dass einen tiefen Eindruck bei den Anwesenden hinterlässt und das Gefühl, dass es wichtig war, dabei gewesen zu sein. Ob dieses Gefühl größer und nachhaltiger sein wird, wenn man die Relikte hinterher beseitigt oder an einen anderen Ort des Staunens verbringt, möchte ich an dieser Stelle offen lassen, wie so vieles andere auch, denn ich möchte die Menschen mit ihrer Phantasie einbinden, sie mitwirken und auch entscheiden lassen. Auf diese Weise möchte ich die Aktion fest in ihrem Herzen verankern – aber  auch in ihrem Verstand und ihrem Denken.

Worum geht es eigentlich?

Es geht lediglich „nur“ um die Auferstehung des Geistes von van Gogh. Dies soll nicht nur im Geiste sondern auch optisch sehr eindrucksvoll geschehen. Sein Mythos hat mich in der Schulzeit berührt und in mir nachhaltig Maßstäbe gesetzt. Richtig bewusst geworden ist mir dies, als ich 1986 im Kröller Müller Museum  vor seinem Weizenfeld mit schwarzen Raaben stand und mir ein Satz durch den Kopf ging, den ich gerade in einem Kunstdidaktischem Werk gelesen hatte und den ich so nicht zutreffend fand: „..Andererseits würden wir nicht auf die Idee kommen, das Verständnis für Kunst an einer Luftpumpe zu erproben...“ Da stand es in Gedanken schon vor mir, dieses Feld aus gelben Luftpumpen, die Rekonstruktion des Feldes, in dem Vincent van Gogh sich –auf welche Weise auch immer- tödlich verletzt hat. Zu diesem Zeitpunkt näherte ich mich vom Alter her der Zahl 40. Vierzig Jahre war mein Vater alt, als er starb. http://www.deapo.de/2-dergrundsteinfuerdieMalerei.htm  Damals war ich gerade 9 Jahre alt. Mein 7 Jahre älterer Bruder wurde nur knapp über 40 Jahre alt, war zu diesem Zeitpunkt also auch schon tot. Als ich dann 1986, kurz nach dem Museumsbesuch, vierzig Jahre alt wurde, schlug die Geburtsstunde für das Luftpumpenfeld. An diesem Tag ließ ich mir die ersten Luftpumpen für das Feld schenken und hatte als Zahl der benötigten Luftpumpen die Zahl 30 000 festgeschrieben. (Alle guten Dinge sind drei, dann ist das zigtausendfache davon noch besser) Für mich war das Überschreiten dieser Jahreszahl 40 gleichbedeutend für das Überschreiten einer ganz wichtigen, persönlichen Grenze. Mein Freiheitsgefühl machte einen Riesensprung und der Tod, als mein bisheriges Leben oft beherrschendes Moment, trat zurück.

Nahe dran

Im Laufe der vergangenen zwanzig Jahre bekam ich anlässlich von Ausstellungen und Aktionen viele Pumpen geschenkt. Leider nicht annähernd so viele, wie ich für das Luftpumpenfeld benötigt hätte. Ein kleines Feld führte ich oft bei Aktionen und Ausstellungseröffnungen mit, um zu zeigen, dass die Luftpumpen am Ende rein optisch schon ein Feld ergeben können und ich brachte die Ausstellungsbesucher dazu, van Gogh tatsächlich ihr Ohr zu leihen. Einen gewissen Eindruck können Sie hier gewinnen:  http://www.deapo.de/ESSEN.htm In Münster hätte es im Jahr 2000  mit dem öffentlichen Schwung, den die persönliche Übergabe seiner Luftpumpe durch Johannes Rau sicher mitgebracht hätte, fast geklappt, die benötigten Luftpumpen zusammenzubringen. Alles war vorbereitet. Ort sollte eine Wiese vor dem Polizeipräsidium sein und der Weg vom Picasso-Museum, das Johannes Rau vorher eröffnen sollte, war schon abgesteckt. Doch dann wurde der Bundespräsident zu dem geplanten Zeitpunkt an der Bauchschlagader operiert  und konnte deshalb weder das Picasso Museum einweihen  noch mir seine Luftpumpe überreichen. (Die Schwierigkeiten, die die Umwidmung des Feldes meinerseits in ein Gesundheitsmahnmal nach sich gezogen hatten und die zu Ärger mit dem Bundespräsidialamt geführt hatten, waren so gut wie ausgeräumt. http://www.deapo.de/images/gesundheitswesen/rau.jpg Jede Polizeidienststelle in Nordrhein Westfalen war vom Polizeipräsidenten angehalten worden, für mich Luftpumpen entgegen zu nehmen.)

Kunst ist Kohl! Am Anfang war die Malerei.

Nach „Kunst ist Kohl“,  http://www.deapo.de/3a-kunstistkohl2.htm meiner ersten Beschäftigung mit Aktionskunst 1981, die mich so weit an den Vereinbarungscharakter von Kunst führte, dass ich am Ende gar nicht mehr wusste, warum ich überhaupt malen sollte und mir eine Gitarre kaufte, kam mit meinem Guinnessrekordbild „1100 Meter Stattgeschichte“ nach einem  Jahr die Motivation wieder. Hier konnte ich jetzt zeigen, wie bei mir Bilder immer wieder nur aus Bildern entstehen. Gleichzeitig habe ich mich im ganzen Leben bei der Malerei nie so frei gefühlt – z.B. kein Gedanke an Verkauf, weil die Bilder ohnehin für die ARD Fernsehlotterie angeboten wurden usw.. Noch heute, ein viertel Jahrhundert später, kann ich jedes der entstandenen Bilder gut ansehen und stehe noch heute voll zu dieser Aktion. http://www.deapo.de/stattmeter.htm  Nur eines hat sicher nicht funktioniert. Die Bildfülle bei der Ausstellung in Essen 1985 hat mich derartig erschlagen, das ich mir nicht vorstellen kann, dass irgend jemand wirklich nachvollziehen konnte, wie Bilder immer wieder aus Bildern entstehen. Die Ausstellung in Essen hat bei mir einen solchen positiven Eindruck hinterlassen, dass ich ganz spontan auch an Essen als Standort für das Luftpumpenfeld gedacht habe, als ich zum ersten Mal eine Beteiligung in Betracht zog.

Kunst ist eine Sache der Vereinbarung, Qualität von Kunst demnach auch. Am besten ist, man hält sich nicht daran!

Mit der Luftpumpe habe ich die Frage danach, wie Qualität von Kunst gemessen wird, aufgegriffen. http://www.deapo.de/hilfe.htm http://www.deapo.de/ESSEN.htm  http://www.deapo.de/ruhrgebiet.htm Klar ist, wenn Kunst Vereinbarungscharakter hat, dann trifft dies in gleichem Umfang auch für ihre Qualität zu. Wie kommen diese Vereinbarungen zustande, mit welchem Recht werden sie verallgemeinert und höhlen  möglicherweise die Kreativität derjenigen aus, die sich gerne bildnerisch betätigen möchten, diese Vereinbarungen aber nicht nachvollziehen können? Hatte ich meine „ 1100 Meter Stattgeschichte schon als Plädoyer für die Freiheit meiner Malerei angesehen und gehofft, dass Betrachter durch mich animiert werden, ihren Pinsel auch einfach mal frei schwingen zu lassen, so habe ich mit der Frage nach den Maßstäben für Kunst, im engeren Sinn für Malerei, diesen Befreiungsprozess fortgesetzt, der dann mit der „Auferstehung des Geistes von van Gogh“ und dem Zurechtrücken seines Mythos hoffentlich zu einem guten Ende kommt.

Geist von van Gogh soll den „erweiterten Kunstbegriff“ taufen. Bevölkerung kann Ablauf und Namen bestimmen.

„Jeder Mensch ist ein Künstler.“ Was der Mensch dabei tatsächlich ist, was ihn tatsächlich zum Künstler macht, kommt ganz auf die Brille oder den Gesichtswinkel an, unter dem man ihn betrachtet oder wer diesen Satz ausspricht. Van Gogh hätte darunter sicher etwas anderes verstanden als Josef Beuys. Beuys habe ich 1981 vorgeworfen, dass er seinem Wirken selbst im Weg steht, weil sein „erweiterter Kunstbegriff“ allein schon vom Namen her bei seiner Zielgruppe – und das sind eben nicht nur seine Studenten und Anhänger- Verwechslungen zulässt. Nach einer Bedenkpause hat er dann gesagt: „Mach Du es !“ (Die Diskussion ist vom Forum Duisburg videoaufgezeichnet worden.) Da der Zeitungsbericht „Kley gegen Beuys. Das ging dem Meister über die Hutschnur“ in der Rheinschen Post dieses Ergebnis nicht enthielt, habe ich den Artikel seinerzeit direkt diesbezüglich durch einen Leserbrief korrigiert. http://www.deapo.de/alledu/images/2006/a2.jpg Den erweiterten Kunstbegriff habe ich damals „ARTART“ genannt. (Hier das ARTART-Manifest  http://www.deapo.de/alledu/images/2006/a1.jpg ) An der Auferstehung des Geistes von van Gogh und dem Taufakt selbst  möchte ich die Gestaltungskraft der Bürger mit einbinden und werde sie deshalb ohne Ansehen der Person, Alter oder Nationalität diesbezüglich um Vorschläge bitten. Deshalb sind verbindliche Einzelheiten zum Ablauf der Aktion etc. zu diesem Zeitpunkt noch nicht möglich. Die Kommunikationswelle  muss erst noch erst in Gang gesetzt. Es wäre sicher hilfreich, wenn ich an dieser Stelle auch auf Sie als Multiplikator zählen könnte.  

Noch mal zum Ort

„Luftpumpen für die Europäische Kulturhauptstadt Essen 2010.“ http://www.deapo.de/ESSEN.htm Natürlich habe ich in diesem Zusammenhang zunächst einmal als Aufstellungsort des Feldes an Essen, an die Gruga gedacht. Dafür sprachen die guten Erfahrungen bei der Ausstellung meines „Marathonbildes“ in Essen. Der tatsächliche Ort ist aber für mich eigentlich sekundär. Das Feld gehört wie gesagt dahin, wo die Rahmenbedingungen am besten sind und ich für diese Idee die besten und einflussreichsten Freunde gewinnen kann, die meine Idee in alle Winkel dieser Republik weiter tragen. Man muss ja meine Vorstellungen nicht teilen – ich meine in künstlerischer Hinsicht. Gerade dies unterstreicht doch die Freiheit in diesem Bereich, die gegen alle Kräfte energisch verteidigt werden muss, die Kunst in ein Korsett zwingen wollen. Was man bei dieser Aktion auch sehen sollte, ist ihre öffentliche Wirksamkeit, die sich mit der richtigen Hilfe in den nächsten 2 Jahren um ein Vielfaches der bisherigen Arbeit potenzieren lässt. Was auch für den Erfolg dieser Aktion auf der anderen Seite unabdingbar ist.

Ist Transparenz eine Gefahr oder die Hoffnung?

Natürlich braucht Europa diese Aktion. Es gibt keinen Grund für Bescheidenheit. Vincent van Gogh ist eine der bekanntesten Figuren der jüngsten europäischen Kunst- und Kulturgeschichte. Sein Einfluss ist noch lange nicht ausgereizt. Manchmal ist aber auch ein kritischer Abstand erforderlich, vor allen Dingen dann, wenn es um die Einbindung seiner Kunst – hier stellvertretend für bekannte Künstler– in den Kunsthandel geht. Es ist an der Zeit, die Beurteilungskriterien von Kunst transparent zu machen bzw. auch ihre Subjektivität und damit objektiv gesehene Unverbindlichkeit offen zu legen, was zugegebenermaßen erheblichen Einfluss auf öffentlicher Förderungsmassnahmen, öffentliche Ankäufe etc. haben kann und möglicherweise auch das ein oder andere Vorurteil nur bedient. Doch sollte man diese einmalige Chance für mehr Transparenz nicht ungenutzt vorbeigehen lassen.

Kunst als Volksbewegung

Endlich kann sich bei dieser Aktion auch einmal der Bürger -mit seiner Luftpumpe- zur Wehr setzen, der sonst ungefragt alles mögliche Schlucken muss. Jetzt kann er endlich etwas dagegen tun. Der Verlust von Hilflosigkeit ist unmittelbar mit dem Gewinn neuer Erfahrungen und Erkenntnisse verknüpft. Mir ist noch ein Satz eines Bürgers bei meiner Aktion „Kunst ist Kohl“ im Ohr  „Sie sind der erste Künstler, der mich nach meiner Meinung fragt und daher erhalten Sie auch eine Antwort von mir." http://www.deapo.de/3a-kunstistkohl2.htm Mein Luftpumpenfeld bietet die große Chance der Begegnung von Menschen, die der Kunstbetrieb fast betriebsblind gemacht hat, mit Bürgern, die diesen Betrieb auf Grund seiner mangelnden Transparenz nicht sehen wollen.

Voll im Thema

Außer acht gelassen darf ferner nicht, dass der Titel „Kulturhauptstadt“ für sich sicher überaus diskussionswürdig ist, eine solche Diskussion sich aber erübrigt, wenn man sich unter den Mantel einer solchen Veranstaltung begibt. Dazu gehört, dass man mit seinem Beitrag die Themenschwerpunkte  bedient. Natürlich kann das Luftpumpenprojekt die regionale Stadtlandschaft nicht mitgestalten, aber sie kann die Menschen, die dort wohnen durch ihre Teilnahme an diesem Projekt einander näher bringen, weil es nicht das Projekt einer einzelnen Stadt ist. Gibt es einen besseren Beweis als das Luftpumpenfeld am Ende dafür, das Ruhr 2010 ästhetische Erlebnisse ohne Grenzen vermittelt und hier ein einzigartiges kreatives Milieu vorliegt? Damit wird natürlich auch das Thema Kreativwirtschaft berührt, weil es Kreativität als Wachstumsfaktor braucht. Sicher, die Luftpumpe ist bisher nicht als Bestandteil irgendeiner Imigrantenkultur bekannt. Durch die Möglichkeit, sich ausnahmslos an diesem Feld beteiligen zu können, wird sicher auch das „Wir-Gefühl“ stärken und damit eine gute Vorraussetzung für die Integration schaffen. Die Äußerungen der Teilnehmer zu der Aktion, zum Ruhrgebiet schriftlich mit Bild oder per aufgezeichneten Interview-Video können vorab schon auf einer speziellen Webseite untergebracht und damit weltweit zugänglich gemacht werden. Hierzu sollte jeder Teilnehmer eine Chance erhalten, ob er nun im Ruhrgebiet wohnt oder nicht. Das wäre dann ein gutes Beispiel für die schon vorliegende die Strahlkraft des Ruhrgebietes, die es nur noch zu bündeln gilt.

30 000 Luftpumpen, und keine  weniger aber nach Möglichkeit aber viele mehr, auch aus dem Ausland

Für das Erstellen des Luftpumpenfeldes spielt die Anzahl von 30 000 Luftpumpen die Rolle einer Untergrenze. 30 000 Zusagen aus der Bundesrepublik innerhalb kürzester Zeit sollten dafür sorgen, dass diese Idee auch in das benachbarte Ausland, zu unseren europäischen Nachbarn überspringt. (Auch wer nicht in der EU wohnt, kann sich natürlich grundsätzlich beteiligen.) Hierfür soll insbesondere in den europäischen Partnerstädten geworben werden. Eine Aufgabe, die vielleicht die mit diesem Schreiben angesprochenen Städte im Ruhrgebiet übernehmen könnten. Jeder, der die Zusage für eine Luftpumpenspende gibt, kann sich mit seinen Vorstellungen auch grundsätzlich daran beteiligen, in welcher Weise der Geist von van Gogh auferstehen soll, so dass das Ende dieser Veranstaltung bis zu einem bestimmten Zeitpunkt offen ist und seine Einschränkung nur durch ordnungspolitische Gesichtspunkte, Machbarkeit und Sponsorenmittel etc. erfährt. Ursprünglich hatte ich ja schon mal daran gedacht, ihn mit Trillerpfeifen zu wecken und herauszulocken. http://www.deapo.de/images/Archiv/Luftpumpe/LUFT8.JPG