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Grafik an der Wand, und DU wirst nicht krank!

Der stadtbekannte Duisburger Apotheker, Maler und Aktionskünstler Rudolf Kley gibt anlässlich seines Jubiläums – 30 Jahre Apothekenleitung, 60 Jahre alt – Jubiläumsgrafiken an seine Kunden aus. Jeden Tag erscheint mindestens eine neue Grafik. Man kann sich diese Grafiken aber auch frei aus dem Netz herunterladen. (www.alleDU.de)

Mit der Grafik Nr.102 hat es etwas ganz besonderes auf sich. Diese Grafik dokumentiert auf besondere Weise zwei Aktionen im Gesundheitswesen, die den Apotheker auch überregional bekannt gemacht haben. Er hatte 1993 aus Patientenunterschriften nach dem Motto „Weil Du arm bist, musst Du eher sterben!“ einen 2 Kilometer langen Beschwerdebrief gegen Seehofers Gesundheitsreform verfasst. Bei der letzten Gesundheitsreform unter Ulla Schmidt hatte er 2003 bundesweit Löffelsammelstellen eingerichtet. Die Patienten konnten dort als Vorgriff auf die Folgen der Gesundheitsreform schon mal ihren Löffel abgeben. Aus dieser Grafik hat

Zur Person und den Jubiläumsgrafiken

Seit 1951 lebt  Rudolf Kley, geb. 1946 in Wolfenbüttel, in Duisburg-Meiderich . 1976 übernahm er dort die Leitung der Löwen Apotheke. Seine Liebe gehörte von Jugend an der Malerei. 1977 gründete er die Galerie 77 auf der Bahnhofstraße, in der bis 2002 auch viele bekannte Künstler ausstellten (z.B. Otmar Alt). 1978 folgten die Kulturwerkstatt Meiderich und der Meidericher Kunstmarkt. Mit seiner Aktion "Kunst ist Kohl" machte  der Apotheker auch als Aktionskünstler 1981 bundesweit Furore (RP 30.04.81: Kley gegen Beuys - das ging dem Meister über die Hutschnur). Sein Werk "1100 Meter Stattgeschichte" anlässlich des Duisburger Stadtjubiläums 1983 verstand er als Animation und Plädoyer für die Freiheit der Malerei. Es brachte ihn "in letzter Minute" (wie Boris Becker ins Guinnessbuch der Rekorde(1985, längste, abstrakten Bildfolge, ) und in viele öffentliche und private Kunstsammlungen (meterweiser Verkauf  zugunsten der ARD Fernsehlotterie "Ein Platz an der Sonne"). Seit seinem 40 Lebensjahr (1986) sammelt der Apotheker Luftpumpen, um aus gelben Luftpumpen anhand von Gemälden von van Gogh das Weizenfeld nachzustellen, in dem sich der Maler erschoss. ("Man kann Kunst auch am Beispiel einer Luftpumpe erklären"!) Er stellt den Vereinbarungscharakter von Kunst heraus und führt die Luftpumpe als Qualitätsmaßstab für Kunst ein. Der Hundeliebhaber gründete 1991 die Interessengemeinschaft der Hundesteuerzahler Duisburg e.V. (1000 Gründungsmitglieder!) Bundesweit schmunzelte man darüber, als er wenig später Hunde zu hundesteuerfreien Kunstwerken erklärte. Das brachte ihm bei Stern TV auch den Stern der Woche ein. Als Malstil erfand er die NAMEART (Der Name ist die Kunst!) Er benutzte seine Kunst aber auch zu Protesten gegen kränkelnde Gesundheitsreformen und brachte zuletzt bundesweit Patienten dazu, ihm ihren Löffel als Vorgriff auf die Folgen der Gesundheitsreform abzugeben. Immer wieder gelang es ihm, Prominente ( z.B. Johannes Rau, Dietrich Genscher, Jürgen Möllemann oder Götz George) in seine Aktionen einzubinden und so ein noch größeres öffentliche Interesse an diesen Aktionen zu erreichen. In vielen Fällen ging es Rudolf Kley darum, seine Mitmenschen zum kreativen Schaffen zu animieren (Malen ist gesund!).

Jetzt sitzt er selbst auf einem Berg voller Bilder. Ziemlich großzügig wählt er  anlässlich seines Jubiläumsjahrs aus den über  2500 Werken Bilder für eine Retrospektive ganz besonderer Art aus. Fast willkürlich greift er sich eines seiner Werke heraus und bearbeitet die digitale Reproduktion zu einem völlig neuen Werk, das ihm dann als Grundstock für eine "digitale Collage" dient, die er Jubiläumsgrafik nennt. Jeden Tag eine neue Collage, eine neue signierte Jubiläumsgrafik. Jedes Bild ist ein Original! Bis jetzt existieren davon bereits über 100 Exemplare. Wenn man Ende des Jahres nach der Anzahl der Tagesgrafiken geht, wird man möglicherweise feststellen, dass das  "alleDU.de - Jahr 2006" * über 500 Tage hat. Auch das sähe Rudolf Kley ähnlich. *(2006 soll die Gründung des Duisburger Fördervereins aller  DuisburgerVereine „alleDu.de“  noch über die Bühne gehen)

Rudolf Kley jetzt eine Versöhnungsgrafik gemacht. (www.deapo.de) Zwar  ist das Wort  Versöhnung dort klein geschrieben, aber ganz groß gemeint. „Schlimm, dass die an der Auseinandersetzung Beteiligten, denn Schrei nicht gehört haben“ ,meint der Apotheker. „Das Gesundheitswesen schreit nach Versöhnung. Oder sind es vielleicht doch die Patienten,  die auf der Strecke bleiben?“ Nach Ansicht des Apothekers gehört die Grafik als Mahnung an die Wände der Verhandlungszimmer, wo sie dann ihre Aura erst richtig  entfalten kann. Der Nutzen für die Patienten ist angeblich doppelt. Schreibt ihr doch der Apotheker, der sonst nicht viel von Zauberkünsten, Voodoo, Bachblüten etc. hält, mindestens die Wirkung eines  Talismans zu. „Wo die Grafik zuhause an der Wand hängt, wird keiner mehr krank! Zwischenzeitlich kann man dann die Probleme im Gesundheitswesen lösen!“ Wie die Grafik denn wirkt? Ähnlich wie Homöopathischen Arzneimittel, die eine umso stärkere Wirkung entfalten sollen, je verdünnter sie sind. „Je größer der Abstand zu der Grafik um so stärker die  Wirkung“, sagt der Fachmann für Arzneimittel und Malerei. Er  nimmt an, dass selbst Passanten auf der Straße, z.B. vor der Apotheke, unwissentlich von der Aura dieser Grafik erreicht werden und denkt darüber nach, entsprechende Hinweisschilder an seiner Apotheke anzubringen. Praktisch, dass die Grafik über das Internet überall verfügbar ist. Wegen der geplanten Bonus-Malus-Regelung für Ärzte – Ärzte profitieren vom Nichtverschreiben – ist ja die Unterversorgung mit Arzneimitteln vorprogrammiert.

           
             
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