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1983 - 1986 |
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Teil 1
Teil 2 |
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Duisburgs
Kulturdezernent Dr. Konrad Schilling eröffnet die Aktion
"1100 Meter Stattgeschichte" in der Art&Action Galerie in
Krefeld |
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Rudolf Kley
hat ausgewählte Bildtitel auf Laken geschrieben, die die
Sicht zu einem Nebenraum versperren und schneidet auf dem
Foto Löcher in diese Laken. |
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Durch diese
Löcher kann ihn das Publikum und das Fernsehteam beobachten |
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Rudolf Kley
arbeitet am 1. "Stattmeter" |
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Alte und
junge Besucher der Austellung |
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produzieren
ihren eigenen Kunstmaßstab |
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Im
Hintergrund aktuelle Bilder |
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Das Gewicht
des Orsoyer Kulturamtsleiters wird zur Findung des
städtischen "Stattmeters" benötigt |
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Mülheims OB
Eleonore Güllenstern wird aus dem gleichen Grund vermessen |
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Eröffnung
der Ausstellung "Mülheimer Stattmeter" bei der Initiative
gegen Jugendarbeitslosigkeit |
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Die
Ausstellung fand so großen Anklang, dass sie ins Rathaus
übernommen wurde |
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Rudolf Kley
mit dem Bürgermeister von Lünen, |
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...der die
Aktion mit seinem Fußabdruck startet |
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Anschließend folgen viele Lüner Bürger diesem Beispiel |
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Schuhabdrücke als Bildlieferanten. Ausstellung im grafischen
Kabinett der Stadt Lünen |
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Pressekonferenz mit Duisburgs OB Josef Krings |
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Der OB als
Pappkamerad wirb für die Stattmeteraktion |
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Mahnwache
vor dem Lehmbruckmuseum anlässlich Lothar Buchheims
Geburtstag |
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Rudolf Kley
mit seinem Kunstmaßstab |
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Norbert
Kley vor der abgebauten "Mahnwache" |
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Außenminister
Dietrich Genscher begutachtet seinen "Stattmeter" |
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Dietrich Genscher greift selbst
zum Pinsel |
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Staatminister Jürgen
Möllemann setzt Zeichen |
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Ausstellung
"Armer Poet" in der Hauptgeschäftstelle der Deutschen Bank
in Essen |
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Ausstellungseröffnung der "1100 Meter Stattgeschichte" in
der Hauptgeschäftsstelle der Stadtsparkasse in Essen. |
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Im
Hintergrund gerahmte Stattmeter. Die Rahmen unterstreichen
den dekorativen Charakter. |
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Hier die
Rückseite |
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Ein Teil
der Bilder musste auf dem Boden ausgebreitet werden |
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Für
einen Tag waren alle Kassen mit Stellwänden zugestellt. |
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Hilfreiche
Geister schnitten die Wunschbilder aus den Rollen heraus. |
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und
übergaben sie and die Käufer |
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Man konnte
sich in der Ausstellung fast verlaufen |
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Immerhin
1,1 Kilometer Bild am Stück |
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In der
ersten Stunde wurden bereits über 100 Bilder verkauft |
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Rudolf Kley
mit zwei Bildrollen |
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Selbst im
oberen Stockwerk hingen Bilder |
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Von
mehreren Bildern wurden Kunstkarten gedruckt |
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Die Karten
wurden zugunsten von Hilfsoganisationen gegen
Jugendarbeitslosigkeit verkauft |
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Rudolf Kley malt voller Eifer drauf
los. Anstelle der beabsichtigten 1100 Bilder
entstehen 1124 "Stattmeter"-Bilder. Anlass ist
bekanntlich das 1100jährige Duisburger Stadtjubiläum. Den Verkaufserlös der Bilder in
diesem Jahr erhält die ARD Fernsehlotterie„Ein Platz an der
Sonne", deren Partnerstadt Duisburg in diesem Jahr ist. Rudolf
Kley muss viele Aktionen im Ruhrgebiet um sein
„Stattmeterprojekt herum durchführen um die Bilder zu verkaufen.
1983 nimmt er an der „Große Niederrheinische Kunstausstellung"
teil und stellt die letzten 24 Bilder seiner Bildfolge „1100
Meter Stattgeschichte" aus. Rudolf Kley engagiert sich für
jugendliche Arbeitslose und lässt von Stattmeterbildern
Kunstkarten drucken. Außenminister Hans Dietrich Genscher und
Staatsminister Jürgen Möllemann betätigen sich als
Stattmetermaler. Neben seiner Suche nach geeigneten Räumen für
die Ausstellung seines Marathonbildes entwickelt Rudolf Kley
seine Malerei weiter und stellte seine Werke aus. Es entstehen
nach Spitzweg die Serie „Der arme Poet" , danach die Struwelbuschbilder,
die er auch in der Hauptfiliale der Deutschen Bank in Essen
ausstellt. 1985 endlich die Ausstellung des
Duisburger Jubiläumsbildes dann in der Kassenhalle der
Hauptverwaltung der Sparkasse Essen. Die Bilder werden zugunsten
der Arbeitsgemeinschaft Essener Wohlfahrtsverbände verkauft. Für
mehr als 20 000 DM wechseln bereits in der ersten Stunde nach
der Eröffnung mehr als 100 Bilder ihren Besitzer. Noch im
gleichen Jahr erfolgt die Anerkennung der „1100 Meter
Stattgeschichte" als Guinnessrekord (längste abstrakte
Bildfolge) Der Wimbledon Sieg von Boris Becker regt Kley zu
einer Serie von Bildern an, in denen er seine Hobbys Malen und
Tennis verbindet.
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Anmerkungen zu "1100 Meter
Stattgeschichte". "Kunst ist Kohl" war
für Rudolf Kley so lehrreich, dass er 1981 eigentlich das Malen
ganz aufgeben wollte und sich eine Gitarre kaufte. Doch
der Geschäftsführer der Apothekerkammer Nordrhein sprach ihn im
Herbst 1981 auf eine Ausstellung auf dem Apothekertag 1982 in
Düsseldorf an. Rudolf Kley freute sich auf eine Ausstellung im
Kreis gleich gesinnter Kollegen. Was aber ausstellen? Die alten
Bilder? Nein! Rudolf Kley griff wieder zum Pinsel. Er wollte
zeigen, wie sich Malerei aus Malerei entwickelt und aus sich
heraus begründet. Und dass diese Begründung als Malmotiv völlig
ausreicht. Jeder sollte dies nachvollziehen können und animiert
werden, selbst zum Pinsel zu greifen. Deshalb malte Kley auf
Raufasertapete und benutze die adäquaten billigen Farben,
Abtönfarben. Kein Bild wurde ausgeschnitten. Nicht nach gut oder
schlecht aussortiert. Diese Art Malerei unterbrach er nur, als
sein älterer Bruder Wolfram einen Schlaganfall erlitt und am
21.Dezember 1981 verstarb. „Dem Tod von der Schippe gesprungen"
entstand im November und am Todestag „Jesus weint". Rudolf Kley
konnte nicht weinen. Zu sehr war er betroffen. Stand der
pädagogische Maltrip jetzt vor dem aus? Nach kurzer Zeit,
nämlich im April 1982, holte ihn die Tapetenmalerei wieder ein.
Duisburg stand in den Startlöchern zu seinem Jubiläumsfest. 1993
wurde Duisburg 1100 Jahre alt und war Partnerstadt der ARD
Fernsehlotterie ein Platz an der Sonne. Das Jubiläumsfieber
ergriff auch Rudolf Kley. Er wollte jetzt ein Bild malen, das
anlässlich des Jubiläums in Duisburg selbst Geschichte machte
und diesen kleinen, unbedeutenden Teil Duisburger
Stadtgeschichte durch seine Existenz illustrierte. 1100 Meter
sollte das Werk lang sein und aus 1100 Einzelbildern bestehen.
Für Kley war es ein Plädoyer für die Freiheit seiner Malerei.
Die Malerei erhebt sich über jeden Illustrationszweck. Sie weist
direkt auf den Vereinbarungscharakter von Kunst und Qualität von
Kunst hin, weil sie sich gerade diesen Vereinbarungen nicht
unterordnet. Statt Stadtgeschichte „1100 Meter Stattgeschichte".
Die Bilder nannte Kley Stattmeter. Ein gutes Maß für
Menschlichkeit. Denn diese Bilder wurden noch vor ihrer Existenz
bereits zugunsten der ARD Fernsehlotterie "Ein Platz an der
Sonne" anhand der Bildtitel verkauft. Die Bildtitel waren
Kollagen aus aktuellen Duisburger Zeitungsüberschriften und
Sätze aus einer zweibändigen Stadtgeschichte. Manche Titel luden
zum Schmunzeln ein.Z.B. „Beleuchtung Karl des Kahlen defekt"
oder „Weißer Wal verirrt sich an Ampel", „Parkhaus für
trickdiebe" oder Unbekannter drohte mit Bindestrich". Der
fehlende Bezug zur Malerei unterstrich die Freiheit der Malerei.
Die Aktion wurde am 25.Juli 1982 im Rahmen einer Ausstellung von
Rudolf Kley in der Krefelder Art &Action Galerie durch den
Duisburger Kulturdezernenten Dr. Konrad Schilling eröffnet. Dr.
Schilling kaufte den ersten Stattmeters. Ministerpräsident
Johannes Rau hatte dies zur Vorbedingung für den Kauf des
letzten Bildes gemacht. Jedem Besucher drückte Kley einen weißen
signierten Stab in die Hand und beteuerte ausdrücklich, dass
dies keine Anspielung auf irgendeine Blindheit im Kunstbereich
sei. Die Besucher nahmen auf diesem Stab mit Farbe eine eigene
Maßeinteilung vor und druckten sie auf ein als Gästebuch
ausgelegtes Stück Raufasertapete. Besonders den Kindern
bereitete dies großen Spaß. Dann wurde es ernst. Kley schnitt
sich den Weg durch die auf weiße Laken geschriebenen Bildtitel
frei und malte, von den Ausstellungsbesuchern durch die Löcher
in den Tüchern beobacht, den ersten Stattmeter. Dieser erste
"Stattmeter" war schon verkauft. Viel schwieriger war es,
Liebhaber für die restlichen Bilder zu gewinnen. Wer kauft
Bilder schon gerne blind. Konsequenz: um ein Bild zu verkaufen,
musste Rudolf Kley eine Aktion machen. Er bezog das ganze
Ruhrgebiet mit ein, damit die Aktion sich in der lokalen Presse
nicht totlief. In Orsoy wog er den Kulturamtsleiter und
multiplizierte Gewicht mit dem Verhältnis seiner Blutdruckwerte
und kam so zum „Orsoyer Stattmeter". In Gladbeck blitzte Kley
ab. Dort wollte er den Oberbürgermeister Kopf stehen lassen und
das Wort Kunst im Duden durch Kohl ersetzen. (Eine Sparversion
dieser „Kunststreichaktion" führte er im November 1984 auf dem
Deutsch-Französichen Kulturmarkt in Mettmann durch.)
Seiner Ausstellung im grafischen Kabinett der Stadt Lünen
stellte er eine Stattmetervermessungsaktion voran. Seitdem steht
Bürgermeister Harzer mit einem Fuß in der Kunstgeschichte.
Seine Schuhgröße ist die Basis dafür, dass in Lünen jetzt alle
auf großen Fuß leben können. Der Stattmeter in Lünen ist 15
Meter lang. Der Ordner mit Presseberichten schwoll bedenklich
an. Eine Aktion zog die nächste nach sich. Die Presseberichte
zogen die Käufer an. So schrieb z.B. der Europaabgeordnete Dr.
Otmar Franz, Vorstandsmitglied bei Klöckner: „Ihre ´1100 Meter
Stattgeschichte´ sind wirklich eine Bild-schöne Idee. Ich würde
gerne einen Meter davon kaufen, wenn dieses Stück Ihrer Arbeit
dem Thema ´Jugendarbeitslosigkeit in Europa´ gewidmet werden
kann." Dr. Franz hatte nämlich in seinem Wohnort Mülheim einen
Arbeitskreis zur Verminderung der Jugendarbeitslosigkeit
initiiert. Kley widmete der Jugendarbeitslosigkeit keinen
Duisburger Stattmeter sondern machte eine eigene Aktion daraus.
Die Mülheimer Oberbürgermeisterin Eleonore Güllenstern stellte
ihre persönlichen Maße zur Verfügung: Elle, Schuhgröße,
Kopfumfang, Länge der Nase usw. Dazu wurde die Schuhgröße des
Mülheimer Normalbürgers addiert, mit 10 multipliziert und durch
die Hausnummer der Oberbürgermeisterin dividiert. Heraus kam mit
46,81 cm der „Mülheimer Stattmeter". Kley malte Mülheimer
Stattmeter, die zugunsten des Arbeitskreises verkauft wurden.
111 Bilder sollten es werden, doch die Malerei machte soviel
Spaß, dass es gleich 408 Bilder wurden. Die Ausstellung wurde in
den Räumen des Arbeitskreises in Gegenwart von viel Prominenz
eröffnet und zog später in die städtische Galerie im Rathaus um.
In Duisburg hatte Kley inzwischen auch einen Plakette „1 Meter
DU" mit einem krummen Meter kreiert, den er selbst als Teil
eines Fragezeichens definierte. Nach seiner Ansicht muss man
gültige Maßstäbe im Bereich der Kunst und darüber hinaus auch in
den zwischen menschlichen Beziehungen damit versehen. OB Krings
stellte mit ihm diese Plakette der Presse vor. Als Pappkamerad
im Apothekerkittel, bestückt mit einer unbekannten Anzahl von
Plaketten, die es zu erraten gab, warb der Oberbürgermeister
fortan für die Aktion. Vor dem Lehmbruck Museum hielt Rudolf
Kley Wache, als Lothar Buchheim seinen 65 Geburtstag mit einer
Ausstellung seiner Werke feierte und zum Professor ernannt
wurde. Viele Prominente, unter ihnen auch Johannes Rau und Götz
George, kauften einen Stattmeter. Noch mehr Zulauf versprach
sich Rudolf Kley durch eine Ausstellung des Gesamtwerkes. Nur
fand sich in Duisburg kein von der Größe her geeigneter Raum.
Die Stadt bot den noch nicht ganz fertig gestellten U-Bahnhof an
der Königstraße an. Doch konnten die Sicherheitsbedenken nicht
ausgeräumt werden. So gab es z.B. an den Treppen noch keine
Geländer. Eine Teilausstellung fand im September 1983 im Rahmen
der Ausstellung „Große Niederrheinische Kunstausstellung" statt.
Rudolf Kley stellte die letzten 24 Bilder aus. Beim signieren
hatte er festgestellt, dass er sich beim Malen verzählt hatte.
Es waren 1124 Bilder geworden. Dafür war in der Ausstellung eine
Videoaufzeichnung aller Bilder zu sehen, die mit Unterstützung
der Duisburger Universität zustande gekommen war. Rudolf Kley
engagierte sich weiter für jugendliche Arbeitslose und ließ von
12 Stattmeterbildern Kunstkarten drucken. Sie wurden über
verschiedene Apotheken zugunsten privater Initiativen gegen
Jugendarbeitslosigkeit verkauft. Für Kley schloß sich hier der
Kreis. Von Anfang an regte er an, Freizeitproblemen, wie sie
auch durch Arbeitslosigkeit entstehen können, durch
selbstschöpferische Betätigung zu lösen. „Malen ist gesund.
Besser jedenfalls als das Schlucken von Pillen um die Einsamkeit
und Langeweile zu verschlafen!", waren oft seine Worte. Nicht
ohne Grund hatte sich Rudolf Kley an Bürgermeister,
Oberbürgermeister oder sonstige Stadtvertreter gewand. Er konnte
so sicher sein, das seine Öffentlichkeitsarbeit von
Pressemitteilungen der städtischen Pressebüros Flankenschutz
erhielt. Hatte er anfangs ganz persönliche Daten der
Stadtvertreter benutzt, um das spezifische „Stattmaß" zu bilden,
ging er zuletzt aus Zeitmangel dazu über, die Schreiben der
Stadtrepräsentanten stellvertretend zu vermessen. Auf diese
Weise gab es auf einmal Stattmeter von München bis Bremen. Es
gelang Rudolf Kley, die Außenminister Hans Dietrich Genscher und
Staatsminister Jürgen Möllemann als Stattmetermaler zu
„engagieren". Sie verlängerten das Marathonbild um einen
bemerkenswerten Meter, der jetzt um Zuge des
Tu(e)-Gutes-Projektes(!) zu Ende gemalt und versteigert werden
sollte. Bei dieser Gelegenheit sah Hans Dietrich Genscher auch
seinen Stattmeter zum ersten Mal. Neben seiner Suche nach
geeigneten Räumen nach einer Ausstellung seines Marathonbildes
entwickelte Rudolf Kley auch seine Malerei weiter und stellte
diese Werke aus. Volker Korthäuer, ein Jugendfreund, stellte ihm
seine Räume in Essen zur Verfügung. Eine
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft über der Anwaltskanzlei
Heinemann und Partner. In dieser Kanzlei war auch Dr. Peter
Tückmantel tätig, der selbst malte. Über die Malerei bekam man
schnell Kontakt und es wurde am Ende sogar ein Freundschaft
daraus. Zusammen mit Volker Korthäuer vermittelte er die
Ausstellung des Duisburger Jubiläumsbildes in der Kassenhalle
der Hauptverwaltung der Sparkasse Essen am 23. März 1985.
Die WAZ beschrieb diese Ausstellung so: „Über zwei Stockwerke
schlängelte sich das Mammut-Bild durch die Kassenhalle der Bank.
Eine Super-Schau, wie sie zu Lebzeiten selten einem zuteil wird.
Für mehr als 20 000 Mark wechselten in der ersten Stunde nach
der Eröffnung mehr als 100 Bilder ihren Besitzer."
Das Geld erhielt die Arbeitsgemeinschaft Essener
Wohlfahrtsverbände.
Dr. Tückmantel hatte in der Vorphase der Ausstellung angeregt,
das Werk ins Guinnessbuch der Rekorde eintragen zu lassen.
Obwohl der Erdkilometer in Kassel auch nicht aus einem Guss war,
wurde der Antrag auf den Rekordeintrag als längstes abstraktes
Bild nicht angenommen. Bemängelt wurde, dass das Werk aus 33
Tapetenrollen bestand. Kley meldete sein Kunstwerk deshalb als
„längste abstrakte Bildfolge an und hatte Erfolg. Zusammen mit
Boris Becker rutschte er in letzter Minute ins Guinnessbuch der
Rekorde für 1986.
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