Rudolf Kley - Apotheker, Maler und Aktionskünstler
   

2007 - 2010

Teil I    Teil II   Teil III

Grafik "OB Sauerland" und Ausschnitte aus dieser Grafik, die die Gesichtszüge erahnen lassen

So ist das Triumvirat Osterle, Däninghaus, Hecken als Grafik für die Kunstgeschichte verewigt worden. In der Apothekengeschichte spielen sie keine Rolle mehr

Vincent van Gogh steht in der Moderne für den Aufbruch. Dies ist die Stimmung, die das Revier braucht. Keine Miesepeter oder utopische Weltveränderer sondern "Macher", in der Kulturszene und anderswo

Sofort entstanden einige Grafiken im Zusammenhang mit dem Luftpumpenfeld und ein Motiv für t-shirts, aus dem sich die Pumpe "Lin" löste, deren Gedicht vertont wurde

Lin und ihr gespiegelter Freund Linco. Linco ist aus Lin hervorgegangen. Linco steht unter dem Einfluss von Picasso. Da kommt das "co" her. In der Rheinischen Post vom 16. Aug. 2007 konnte man lesen, dass Hitler Picasso deportieren wollte und  Picasso als Zwangsarbeiter nach Essen gebracht werden sollte. Linco ist dadurch zu dem Fragezeichen geworden, von dem bei Lin die Rede war. So passt am Ende die ganze moderne Kunstgeschichte in ein Luftpumpenfeld. Der Geist, der aus diesem Feld aufsteigen soll, bekommt ein ganz facettenreiches Gesicht. So wie das Ruhrgebiet eben ist.

 

Picasso im Revier
 

Picasso im Revier,
das glaub ich Dir.
Wäre doch gelacht,
gib einmal acht!

Nehmen wir die Lin,
hier gehört sie hin.
Den Picasso vor vielen Jahren,
wollte jemand nach Essen fahren.
Die Absicht war schlecht.
Dem Teufel war`s Recht

Picasso im Revier,
als blinder Passagier?
Wäre doch gelacht,
wer das wohl macht?

Niemand hätte Picasso gefragt
Und niemals er hätte ja gesagt.
Der Teufel und die moderne Kunst,
wie war das mit der Stunde der Gunst?
Und dann das Volksempfinden, das Gesunde
da schlug der Kunst keine tolle Stunde!

Picasso im Revier,
mit seinem Stier?
Wäre doch gelacht,
na dann gute Nacht!

Das Revier hat es trotz allem gepackt,
und das vor allem mit großen Macht.
Bei uns sind die Größen der Welt zu Gast,
auch wenn das bestimmt nicht jedem passt..

Picasso im Revier,
jetzt noch ein Bier.

Die Herzen sind es, die hier kräftig schlagen,
manch einer geht deshalb ganz deftig baden,
der unsere Mentalität leider verkennt
und sich in Kulturfragen ganz dämlich verrennt.
Nicht Geister sprechen hier, sondern Geist,
Schlimm genug, wenn uns die Politik be...

Wäre doch gelacht,
wenn es dann nicht kracht!

Wir im Revier machen das Beste daraus,
und gehen dann alle beruhigt nach Haus
Denn hier ins Ruhrgebiet gehören wir hin,
kommt alle her und seht, dass es stimmt.

Und seht unsere Lin, ihren gespiegelten Freund,
sonst habt ihr wirklich etwas versäumt.
Linco heißt er, und kommt nicht von Klo,
sein Vater Picasso, drum ist er froh

Wäre doch gelacht,
wer hätte das gedacht?

 

 
 

Im Februar 2007 verabschiedet sich Rudolf Kley von den Besuchern seiner Webseite mit einer Ankündigung, die einer Todesanzeige ähnelt. Vorahnung? Im April erleidet Rudolf Kley einen schweren Schlaganfall. (Vater und Bruder sind an einer solchen Erkrankung gestorben.) Zuvor hat er noch die Gründung eines neuen Kulturvereins angeregt. Wie durch ein Wunder kann er knapp 2 später Wochen das Krankenhaus verlassen. Im Juni meldet er sich mit seiner Aktion "Hängt den Oberbürgermeister auf" zurück. Was sich im ersten Moment wie Volksverhetzung anhört, erweist sich als ein Angebot an die Bevölkerung, sich ein besonderes Porträt von Rudolf Kley anfertigen zu lassen, so ähnlich eben, wie das vom Oberbürgermeister. dessen Gesicht ja stadtbekannt ist. Wer sein Gesicht zu einem bestimmten Anlass verschenken will, kann mit Rudolf Kley in Verbindung setzten.. Erst einmal verarbeitet er aber die Gesichter zu Grafiken, die für ihn an einer Art Verschwörung im Gesundheitswesen beteiligt sind, indem sie auf unrechtem Weg Apothekenketten erzwingen wollten. Die Gesichter von Dr. Fritz Oesterle (Können diese Augen lügen?). von Doc Morris Begründer Ralf Däninghaus ( „DOKMODÄ – Grafik“ - gegen pharmazeutische Alpträume und Dämonen!) und von Josef Hecken, Gesundheitsminister im Saarland, der bewusst gegen Deutsches Apothekenrecht verstieß ("Von Wirtschaften und Vettern!")

Die Tatsache, dass Essen Europas Kulturhaupstadt 2010 geworden ist, weckt bei Rudolf Kley den Wunsch, wieder Luftpumpen zu sammeln und den Geist von van Gogh aus einem gelben Luftpumpenfeld aufsteigen zu lassen, das Assoziationen an das Weizenfeld wecken soll, in dem sich van Gogh 1890 erschossen hat. Dieser Aktion richtet er eine eigene Seite ein, www.luftpumpenfeld.de

 Ein Liebesgedicht für eine Luftpumpe    (Es wurde etwas umgetextet von Lou Portuondo vertont und gesungen)

Oh liebe, liebe Lin, wo gehst Du denn hin? Dein Lächeln betört,

Dein Hut entzückt, und wenn ich Dich sehe, werde ich ganz verrückt.

Hier bist Du geboren, im schönen Ruhrgau, wäre ich eine Pumpe, nähm` ich Dich zur Frau.

Oh liebe, liebe Lin, wo gehst Du denn hin?

Kultur ist die Mode, die ich fast vergaß. Kunst ist die Hoffnung, nie beißt sie ins Gras.

Du tanzt auf dem Seile, kein Absturz in Sicht. Graziös und so wendig, das wahre Licht.

Oh liebe, liebe Lin, wo gehst Du denn hin? Dein Licht ist die Hoffnung, nun glaub ich es auch.

Vielleicht wirst Du am Ende, doch meine Frau?

Der Altar trägt  Früchte, das Ruhrgebiet tobt, wir sind jetzt nicht länger nur einfach verlobt.

Oh liebe, liebe Lin, jetzt weiß ich es endlich, da gehst Du hin!

Rudolf Kley, 13. 08. 2007

Manchmal zweifelt Rudolf Kley daran, dass sich die Menschen hier an der Ruhr im Kulturhauptstadtjahr bei dieser Veranstaltung wieder finden. Die Gefahr ist groß, dass sich bei solchen Anlässen die Funktionäre und ihre Sponsoren selbst feiern. Aus dieser Sorge entstand "Kultur an der Ruhr", ein Gedicht, mit dem sich sicher keine Preise gewinnen lassen. Es stellt die Fragen nach  Identität und Authentizität.

 

   

Dies ist Lin. Lin ist das erste Maskottchen für das Luftpumpenfeld und soll natürlich allen, die eine Luftpumpe spenden, viel Glück bringen. Mit Lin wird es nun endlich klappen.

Die Geschichte von Lin ist kurz erzählt. Lin wurde als Ruhrlin geboren. Ruhrlin sollte ein Motiv für ein T-Shirt sein. Vielleicht wird da ja noch etwas d`raus.

Berlin ist unsere Hauptstadt. Wenn die Städte an der Ruhr zusammen eine Kulturhaupstadt sind, die durch die Stadt Essen 2010 nur vertreten wird, dann macht es Sinn, wenn man auch Ruhrlin sagt.

Ruhrlin macht Sinn. Lin macht Sinn. Lin ist die Antwort. Gespiegelt ergibt Lin ein Fragezeichen. Ein Fragezeichen, das so manches Mal auch hinter den Kunst- und Kulturbetrieb gehört. Dahinter, wie diese Gesellschaft mit Künstlern umgeht, wie Künstler mit der Gesellschaft umgehen. Wie die Gesellschaft mit der Gesellschaft umgeht. Die Gesellschaft besteht aus Menschen. Es kommen immer nur wenige, gewählte Vertreter zu Wort. Also  bestimmen Wenige die Regeln in dieser Gesellschaft. Oft sind es immer dieselben Gruppen. Seilschaften ohne Ende. Sie schlingen das Seil, das sie verbindet, um den Rest. Bis dieser fast erdrückt wird. Das nennen sie dann Kultur. Und dafür brauchen wir jetzt eine Hauptstadt?

Kultur pur an der Ruhr

Wenn ich Picasso wär, gäb ich mir hier die Ehr`,

auch als Vincent van Gogh, würd´ ich hier hoch gelobt.

Hier an der Ruhr,  gibt es Künstler pur.

Da ich einer bin, gehör ich hier wohl hin.

 

Musiker, Maler, Literaten, kommen in diesen tollen Garten,

in dieses Paradies namens Kultur, das einzig ist auf weiter Flur

Poeten, Schauspieler und auch Chöre, Ballett und weltbekannte Tenöre,

geben sich jetzt hier ein Stelldichein, zwischen  Ruhr und  Niederrhein.

 

Doch wichtiger auf die Dauer hier, zählt in unserem Revier,

was die Menschen machen, die hier wohnen, wie sie denken, wie sie thronen.

Welchen Gipfel sie erklimmen, wofür sie auch immer stimmen.

Was sie prägt und was sie schaffen. Macht sie die Kultur zu Affen?

 

Selbstverständnis aufgedrückt? Das ist wirklich sehr verrückt

Dreimal nein, das sage ich und schreib lieber ein Gedicht.

Hochkultur auf unsere Straßen, davon muss man  die Finger lassen,

Alles hat hier seinen Platz und ist doch ein großer Schatz

 

Auch bei den Menschen, die hier wohnen und mit Kreativität belohnen

montane Vergangenheit. Endlich, endlich ist es so weit!

Ein Lied muss her, das uns verbindet , so dass uns der ganz hurtig findet,

der Kultur sucht auf neuen Wegen, für das Revier ist das dann ein Segen.

 

Das will sie sehen, die weite Welt und nicht für viel Geld,

was austauschbar ist und gar nicht echt, fürs Ruhrgebiet mehr schlecht als recht

Kultur pur an der Ruhr, das ist  unsere  Natur,

Kultur pur an der Ruhr, dafür schlägt jetzt die Uhr.

 

1. Fassung inklusive Ergänzungen zur 2. am 1.2.2008