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Plädoyer für „Die Liebe bleibt!“
Bevor ich irgend eine künstlerische Arbeit beginne - Malerei oder
Aktionen z.B. - hinterfrage ich die Motivation meines Handelns.
Soweit ich es einrichten kann, möchte ich nur Dinge tun, die mir aus
unterschiedlichen Gründen wirklich wichtig sind.
Insbesondere hinterfrage ich, ob sich daraus irgendwelche
sachfremden Vorwürfe - wie etwa die einer Geltungssucht oder
Eitelkeit - berechtigterweise gegen mich ableiten lassen. Hierunter
würde nach meiner Ansicht jede ernsthafte Arbeit leiden.
Manchmal allerdings nehme ich es der Sache wegen in Kauf, dass sich
Missverständnisse in diese Richtung ergeben könnten. Vieles, was ich
sagen möchte, weil ich es für wichtig halte, richtet sich ja an
einen größeren Personenkreis. Diesen zu erreichen ist über die
Presse der einfachste Weg.
Gewesen, muss ich leider sagen. Das Internet hat die Medienwelt
verändert. Die Zeitungen sind dünner geworden. Und auch die
Redakteure haben gewechselt. In der Regel handelt es sich um jüngere
Journalisten, die weder mich noch meine Arbeiten kennen oder
schätzen. Manchmal mögen auch irgendwelche Vorurteile im Weg stehen.
Etwa dieses, dass derjenige, der als Apotheker sein Geld verdient,
den „Vollkünstlern“ (wie viele können ausschließlich von ihrer
künstlerischen Tätigkeit leben?) doch bitte nicht die Butter vom
Brot stehlen sollte.
Alle dieses habe ich bedacht und hinterfragt, bevor ich mich zu dem
„Die Liebe bleibt!“ Projekt entschlossen habe. Trotzdem, denn den
Mitgliedern des „Bürgerkreis Gedenken“ hatte ich schließlich am 17.
August die folgenden Bedenken
per zugesandten Link
auf meine Homepage nahe gebracht: „Wie die meisten
Menschen, habe ich normalerweise eine Aversion dagegen, dass sich
Menschen – Künstler sind auch nur Menschen - im Zusammenhang mit
irgendwelchen Katastrophen, hier die Loveparade-Katastrophe,
besonders hervortun und damit die Aufmerksamkeit von dem Ereignis
auf die eigene Person lenken. Sobald Künstler am Werk sind, besteht
diese Gefahr immer, wenn auch vielleicht für die Betreffenden
unterbewusst.“
Die Gefahr von Missverständnissen besteht immer. Wer Angst davor
hat, missverstanden zu werden, muss sich besonders darum bemühen,
dass dies nicht geschieht. Deshalb auch dieser Text.
Im Vorfeld der Loveparade habe ich mich vehement für deren
Durchführung eingesetzt. Als Lokalpolitiker habe ich in dieser
Veranstaltung die Chance gesehen, dass Duisburg durch eine
entsprechende Berichterstattung endlich sein überholtes
„Schmuddelimage“ hätte ablegen können. Die weltweite
Berichterstattung wäre eine einmalige Möglichkeit gewesen, Duisburg
positiv in das Bewussten von Millionen Menschen zu rücken. Als
Aktionskünstler sah ich die große Chance, mich mit meinem
Luftpumpenprojekt anschließen zu können. Das dies trotz vieler
Bemühungen nicht geklappt hat, ändert nichts daran, dass
auch ich nach der Loveparade-Katastrophe traumatisiert war, obwohl
ich die Veranstaltung nicht besucht habe. Sicher mehr, als wenn ich
diese Beteiligung nicht in Erwägung gezogen hätte. Mein
Luftpumpenprojekt ist jetzt für mich ebenfalls gestorben. Fast ein
Vierteljahrhundert habe ich an ihm gearbeitet.
Es blitze noch einmal kurz auf, als ich spontan in meinem Schreiben
an den Bürgerkreis ein riesengroßes Herz aus roten Luftpumpen aus
der Bevölkerung anstelle von Kerzen vorschlug, das hinterher in
einen roten Betonklotz gegossen würde, Aus diesem Klotz wurde dann
für mich der
„Minotaurus von Duisburg“, wie er auf meiner Webseite
in verschiedenen Ansichten zu
sehen ist.
Kein Tag, an dem ich nicht an die Loveparade denke. Kein Tag, an dem
ich mich nicht aktiv mit meinem Projekt „Die Liebe bleibt!“
auseinandersetze. Unter den Toten hätten auch meine Kinder sein
können. Wie erlöst waren wir damals, als wir uns am Tag des Unglücks
vom Gegenteil überzeugen konnten.
Geld für den Bürgerkreis, für ein Denkmal oder eine Stele.
Denkmäler, die ohne Wirkung irgendwo herumstehen, hasse ich. Wenn
ich Denkmal höre, muss ich zuerst an die Denkmäler zur
Verherrlichung des Krieges denken. Die Namen der Gefallenen bilden
dafür den Lorbeerkranz. Nichts für mich. Dann gibt es noch die
Denkmäler, bei denen man geflissentlich wegsieht, weil man in seinem
heilen Alltag nicht vor der von dem Denkmal ausgehenden
Betroffenheit erreicht werden möchte. Diese Denkmäler sind wie
deplazierte Grabsteine. Weil man nicht hinsieht, sind sie
wirkungslos. Auch nichts für mich. Also werbe ich für ein Denkmal,
das die Toten in Gedanken wieder auferstehen lässt.
Die Toten möchten von ihren Liebsten nicht vergessen werden. Sie
möchten aber aus der gleichen Liebe heraus auch nicht, das sich
irgend jemand zu Tode grämt. Das weiß ich von meiner Mutter. Und
die, die mit ihren Verletzungen übrig geblieben sind, wollen
Gerechtigkeit.
Der Wunsch, die Versuchung, die Schuld an einer Person fest zu
machen, ist groß. Die Angst, dass diese Schuld bis in alle Ewigkeit
zwischen den Verantwortlichen hin und her geschoben wird, ohne dass
etwas zur Entlastung der Opfer geschieht, ist ebenso groß. Da sehe
ich den Sinn des Denkmals für die Opfer der Loveparade. Das sich so
etwas nicht wiederholt und den Opfern endlich Gerechtigkeit
widerfährt.
„Die Liebe bleibt!“ Kalender und Originalgrafiken sollen Geld
kosten, das in ein Denkmal fließt. Ist der Preis dafür
gerechtfertigt? „Es fällt uns allerdings sehr schwer, einen Kalender
zu empfehlen, der 100 Euro kostet. Das ist für die meisten unserer
Leser viel Geld.“ schreibt eine Redakteurin. 100 Euro sind auch für
mich viel Geld. Eine Spende in dieser Höhe überlege auch ich mir
ganz genau. In diesem Fall soll das Geld direkt auf ein Spendenkonto
eingezahlt werden, über das ich nicht verfügen kann. So ist für
jeden Spender gewährleistet, dass sein Geld auch zu 100 Prozent
ankommt.
Der Kalender mit seinen 12 Originalgrafiken (Die Bilder sind keine
Reproduktionen!) und das Gemälde kosten zusammen 100 Euro. Sie sollen zu der
Spende animieren. Und sie sind das Geld insofern wert, weil ich für
vergleichbare Arbeiten in der Vergangenheit, als z.B. die
Galerie 77 in Meiderich noch existierte, ein Vielfaches erzielt habe.
Der Verkauf meiner Bilder für einen guten Zweck hat bei mir
bereits Tradition. Schon 1985 konnte die WAZ vermelden, dass bei
der Ausstellung meines Guinnessrekordwerkes „1100 Meter
Stattgeschichte“ in Essen, das anlässlich des Duisburger
Stadtjubiläums entstanden war, bereits
in
der ersten Stunde 100 Bilder für 20 000 DM laut Angaben des
Veranstalters (Stadtsparkasse Essen) verkauft worden waren. Eines dieser
Bilder befindet sich im Gemäldekatalog des
Wilhelm-Lehmbruck-Museums.
Was ist ein Kunstwerk wert? Der Materialwert kann es nicht sein, der
seinen Preis ausmacht. Für Kunstwerke werden immer reine
Liebhaberpreise gezahlt und es wird mit ihnen spekuliert. Die
Qualität von Kunst ist Vereinbarungssache wie die Kunst selbst. Das
führt mich wieder zu meinem Luftpumpenprojekt. Genau diesen
Zusammenhang habe ich über dieses Projekt transparent machen wollen.
Eine Beschreibung dieses Projektes finden Sie
hier. Daraus
stammt auch dieses Zitat: "Was vereinbarungsgemäß
Kunst ist, ist Kunst. Dies sagt aber nichts über die Qualität von
Kunst aus, sagt nichts darüber aus, was gute und was schlechte Kunst
ist. Auch der Qualitätsbegriff unterliegt der Vereinbarung.
Theoretisch könnte man sich darauf verständigen, die Qualität von
Kunst fortan nur noch mit der Luftpumpe zu messen. Deshalb spricht
Rudolf Kley auch davon, die Luftpumpe als Qualitätsmaßstab
einzuführen um diesen Vereinbarungscharakter
offen zu legen. Es gibt für Kunst keinen objektiven Qualitätsmaßstab. Es gibt nur Interessengruppen, die immer wieder versuchen, ihren
Maßstab aus den unterschiedlichsten Motiven durchzusetzen. Das
einzige was aus der Werkschau und der Biografie annähernd abgelesen
werden kann, ist die Authentizität eines Werkes."
Auf diese Weise schließt sich wieder der Kreis zur Loveparade.
Soeben
habe ich gezeigt, warum ich nicht die geringsten Hemmungen haben
muss, für meine Werke, für den angebotenen Kalender und das Gemälde
Geld zu nehmen (Werke
von mir wurden bereits 1982 auf der ART 13 Basel, dem bedeutendsten
Kunstmarkt, angeboten)
Meine Bilder sind authentisch. Authentischer geht nicht. Sie sind
ihr Geld wert und der Spender zieht aus seiner Spende einen
doppelten Nutzen. Er hilft dabei, das Gedenken an die Opfer der
Loveparade aufrecht zu erhalten –mit den Bildern holt er sich sogar
ein Denkmal in seine Wohnung- und er kommt wirklich preiswert an ein
Unikat von mir. Der Blick auf diese Bilder zeigt schon jetzt, dass
sie aus meinem Inneren kommen, nicht auf irgendeine Verkäuflichkeit
getrimmt sind.
Dies ist mein Weg, meine Betroffenheit zu verarbeiten, mit ihr
weiter zu leben. Es wäre schlimm, wenn meine Bilder mit alledem
nichts zu tun hätten.
Den therapeutischen Aspekt von Malerei, von bildnerischer Betätigung
allgemein, von Kreativität habe ich immer hervorgehoben. Dies
hat mich seinerzeit veranlasst, die Gründung der Kulturwerkstatt
Meiderich anzuregen. Gespräche und Erfahrungen dort, Gespräche mit
den Künstlern, die in der
Galerie 77 ausstellten, haben mich letztlich 1986 zu meinem
Luftpumpenprojekt geführt. Ich hoffe, dass das Projekt „Die Liebe
bleibt!“ zu einem guten Ende kommt und auch meine Botschaft
hinter dem Luftpumpenprojekt noch eine Chance erhält, anzukommen.
Rudolf Kley 8.11.2010
Biografische
Anmerkungen bis 2006 finden Sie hier
Hier meine Pressemeldung zu zur Aktion
„Die Liebe
bleibt.“
Dies ist das Thema von 100 extra für den
„Gedenkzweck“ gemalten Bildern. Rudolf Kley bringt diese Bilder auf
der Rückwand seines signierten „Ruhrlin“-Kalenders 2011 an.
Natürlich ist auch jedes der „12 Bilder zum Einrahmen“ - wie es auf
dem Deckblatt des Kalenders heißt - signiert.100 Euro kostet dieser
Kalender. Diese 100 Euro erhält der "Bürgerkreis Gedenken", der das
Gedenken an die Opfer der Loveparade durch ein Denkmal aufrecht
erhalten will.
Die Abbildung zeigt Rudolf Kley mit dem
Kalender und dem Originalbild auf der Rückseite. Die folgenden
Bilder können alle ganz anders aussehen. Das ist nun mal so bei
Unikaten. Gleich ist nur das Thema, das Rudolf Kley auf jedes Bild
schreibt oder malt. In der Regel wird man es nur ahnen können. Und
auch das Herz, das Symbol der Liebe, ist nur in Fragmenten
vorhanden.
„Kitsch und reine Dekoration haben in diesem
Zusammenhang nichts verloren!“ betont der Maler aus Meiderich, der
seinen erweiterten Kunstbegriff lebt und malt. Erweitern möchte der
Apotheker und Aktionskünstler das Thema gerne auf die Stadt, in der
er seit 60 Jahren lebt und seit 35 Jahren eine Apotheke leitet „Auch
diese Liebe bleibt!“
Die Kalender können bei Rudolf Kley direkt
bestellt werden. „Eine Rarität für Kunstliebhaber, die hoffentlich
bald ausverkauft ist! Die Bilder müssen natürlich noch gemalt
werden.“ Rudolf Kley, der sicher zu den umstrittensten
Künstlerpersönlichkeiten der Duisburger Szene gehört- er hat 1981
„Kunst ist Kohl“ behauptet und führt seit 1986 die Luftpumpe als
Qualitätsmaßstab für Kunst ein -sieht darin kein Problem.
Schließlich hat er 1983 zum Duisburger
Stadtjubiläum auch sein Guinnessrekordwerk „1100 Meter
Stattgeschichte“ meterweise für die ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz
an der Sonne“ verkauft, bevor das Werk überhaupt existierte.
Prominentester Käufer war damals sicher Johannes Rau. Mit anderen
Bilder dieser längsten abstrakten Bildfolge ist er in viele private
und öffentliche Sammlungen gekommen. (Unter anderem ist sein
„Stattmeter Nr. 3“ im Gemäldekatalog des Lehmbruck Museums
abgebildet.)
Hier kann der Kalender bestellt werden Rudolf
Kley, Bahnhofstr. 134, 47137 Duisburg Tel 0203/442999. Als Ausweis
reicht bei der Abholung der Einzahlungsbeleg über 100 Euro.
Kontonummer kann hier bei der Stadt Duisburg erfragt werden Tel.:
(0203) 283-2197
kommunikation@stadt-duisburg.de Nützlich vielleicht auch diese
Angabe von der Seite des Vereins Stadtsportbund Duisburg
http://www.ssb-duisburg.de/
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